Panama ist ein außergewöhnliches Land für alle, die das Meer nicht nur vom Strand aus erleben möchten. Zwischen der Karibikküste und dem Pazifik liegen unzählige Inseln, Korallenriffe, Mangroven, geschützte Buchten und kleine tropische Strände. Unter der Wasseroberfläche wartet eine Welt voller Leben: farbenprächtige Rifffische, Papageienfische, Rochen, Meeresschildkröten, Seesterne und mit etwas Glück sogar Delfine. Das Faszinierende daran ist, dass man für viele dieser Erlebnisse weder Taucher sein noch viel Geld ausgeben muss.
Besonders einfach und günstig ist Schnorcheln in Bocas del Toro. Der Archipel vor der karibischen Küste von Panama besteht aus zahlreichen Inseln und kleinen Cays, zwischen denen man mit den typischen offenen Motorbooten, den sogenannten Lanchas, unterwegs ist. Von Bocas Town aus kann man morgens eine gemeinsame Bootstour starten und innerhalb eines einzigen Tages verschiedene Inseln, Schnorchelplätze, Mangroven, Strände und Delfin-Gebiete besuchen.
Die berühmte Bocas-Tagesausflugstour für etwa 30–35 Dollar
Für Reisende mit kleinerem Budget gehört eine der klassischen gemeinsamen Bootstouren zu den besten Möglichkeiten, Bocas del Toro kennenzulernen. Je nach Anbieter und Saison kostet eine solche Tour häufig ungefähr 30 bis 35 US-Dollar pro Person. Die genaue Route kann variieren, aber die typischen Ausflüge verbinden mehrere der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Archipels.
Man startet normalerweise am Vormittag in Bocas Town und fährt mit einer kleinen Lancha hinaus auf das karibische Meer. Schon die Fahrt selbst ist ein Erlebnis. Zwischen den Inseln tauchen immer wieder kleine Palmenstrände, dicht bewachsene Küsten und türkisfarbene Wasserflächen auf. Das Wasser ist an vielen Stellen so klar, dass man bereits vom Boot aus Fische oder Strukturen unter der Oberfläche erkennen kann.
Ein klassischer Ausflug führt zunächst in Richtung Dolphin Bay, wo die Chancen gut stehen, wilde Delfine zu beobachten. Anschließend geht es häufig zu einem Schnorchelplatz wie Cayo Coral, bevor die Tour weiter zu den spektakulären Stränden von Cayo Zapatilla führt. Je nach Tour können außerdem Mangrovengebiete oder die berühmten Seesternplätze Teil der Route sein.
Damit bekommt man für relativ wenig Geld nicht nur eine Schnorcheltour, sondern praktisch einen kompletten Karibik-Inseltag.
Delfinbeobachtung in Dolphin Bay
Einer der Höhepunkte vieler Bocas-Touren ist Dolphin Bay. Die geschützte Bucht ist von Mangroven und tropischer Vegetation umgeben und bietet Lebensraum für wilde Große Tümmler.
Wenn die Delfine auftauchen, kann sich die Atmosphäre auf dem Boot schlagartig verändern. Alle suchen konzentriert die Wasseroberfläche ab, während der Bootsführer versucht, die Tiere zu finden, ohne sie unnötig zu stören. Plötzlich erscheint eine Rückenflosse, dann vielleicht ein zweiter Delfin – und manchmal schwimmen die Tiere eine Weile in der Nähe des Bootes.
Natürlich handelt es sich um wilde Tiere, weshalb es keine Garantie für eine Sichtung gibt. Genau das macht die Begegnung aber auch so besonders. Man weiß nie, wann die nächste Rückenflosse aus dem Wasser auftaucht.
Cayo Coral – hinein in die Unterwasserwelt
Nach der Delfinbeobachtung geht es häufig weiter nach Cayo Coral, einem beliebten Schnorchelgebiet des Bocas-Archipels.
Hier wird aus dem Bootsausflug plötzlich ein Unterwasserabenteuer. Mit Maske und Schnorchel schwimmt man über flache Riffbereiche und entdeckt, dass die scheinbar ruhige Karibik voller Leben steckt. Kleine tropische Fische bewegen sich zwischen den Korallen, Papageienfische knabbern an Algen und größere Fische ziehen gelegentlich durch das Riff.
Das Schöne am Schnorcheln ist, dass man dafür keine besondere Ausbildung benötigt. Man muss nicht tief tauchen. Man schwimmt einfach an der Oberfläche und lässt sich Zeit, die Welt unter sich zu beobachten.
Gerade für Anfänger ist Bocas deshalb interessant. Viele Bereiche sind relativ flach, und man kann das Erlebnis ganz entspannt angehen.
Cayo Zapatilla – der Traumstrand aus dem Bilderbuch
Wenn Cayo Coral der Höhepunkt unter Wasser ist, dann ist Cayo Zapatilla der Höhepunkt über Wasser.
Die Zapatilla Cays gehören zu den berühmtesten Landschaften des Bocas-del-Toro-Archipels. Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, Palmen und dichter tropischer Wald erzeugen genau die Art von Karibikkulisse, die man normalerweise auf einer Postkarte erwartet.
Hier bleibt das Boot normalerweise länger. Man kann schwimmen, am Strand entlanglaufen, im flachen Wasser schnorcheln oder einfach unter einer Palme liegen und die Landschaft genießen.
Interessant ist, dass Zapatilla nicht unbedingt wegen des spektakulärsten Korallenriffs berühmt ist. Seine große Stärke liegt vielmehr in der Kombination aus Strand, Wasser, tropischer Natur und völliger Abgeschiedenheit. Nach einer Stunde auf dem Boot fühlt es sich fast so an, als wäre man auf einer unbewohnten Privatinsel angekommen.
Seesterne und die geheimnisvolle Welt der Mangroven
Je nach Route können weitere flache Buchten und Mangrovengebiete besucht werden. In bestimmten Regionen von Bocas sind auch Seesterne zu sehen.
Sie liegen häufig in relativ flachem Wasser und sind durch ihre auffälligen Farben und Formen leicht zu erkennen. Wichtig ist jedoch, sie nicht aus dem Wasser zu nehmen oder anzufassen. Seesterne sind empfindliche Lebewesen und können durch unsachgemäße Behandlung geschädigt werden.
Auch die Mangroven sind faszinierend. Für viele Besucher sehen sie zunächst nur wie Bäume aus, die im Meer wachsen. Tatsächlich gehören Mangroven jedoch zu den wichtigsten Ökosystemen der Tropen. Zwischen ihren Wurzeln finden junge Fische Schutz, während Krabben, kleine Meerestiere und zahlreiche Vögel in diesem Lebensraum Nahrung finden.
Bei einer Bootsfahrt durch die Mangroven bekommt man deshalb einen Einblick in eine völlig andere Seite der karibischen Natur.
Weitere fantastische Schnorchelgebiete in Panama
Bocas ist nicht der einzige Ort in Panama, an dem man hervorragend schnorcheln kann. Das Land besitzt einige außergewöhnliche marine Schutzgebiete, die sich deutlich voneinander unterscheiden.
Coiba – für die große Tierwelt
Wer wirklich wegen der Unterwasserwelt nach Panama reist, sollte Coiba National Park auf seine Liste setzen.
Die Insel Coiba und die umliegenden Gewässer gehören zu den biologisch interessantesten Meeresgebieten Panamas. Die Region ist für eine außergewöhnliche Vielfalt an Fischen bekannt. Dazu kommen Meeresschildkröten, Rochen, Haie und riesige Fischschwärme. Während der entsprechenden Jahreszeit können außerdem Buckelwale in der weiteren Region beobachtet werden.
Ein besonders berühmter Schnorchelplatz ist Granito de Oro, eine winzige Insel, die von klarem Wasser und Riffen umgeben ist. Hier beginnt das Riff teilweise direkt am Ufer, wodurch man ohne komplizierte Tauchgänge eine erstaunlich vielfältige Unterwasserwelt erleben kann.
Coiba ist allerdings eine andere Art von Ausflug als Bocas. Die Touren sind normalerweise länger, die Anreise aufwendiger und die Kosten höher. Dafür bekommt man eine deutlich wildere und naturbelassenere Umgebung.
Guna Yala – kleine Inseln und türkisfarbenes Wasser
Ein weiterer Klassiker ist Guna Yala, früher häufig als San Blas bezeichnet.
Hier liegen Hunderte kleiner Inseln vor der karibischen Küste. Einige sind kaum größer als ein Fußballfeld und besitzen nur wenige Palmen. Um sie herum liegt kristallklares, flaches Wasser.
Das Schnorcheln ist hier Teil eines größeren Erlebnisses: Man besucht kleine Inseln, schwimmt in türkisfarbenen Lagunen, entdeckt Korallen und Fische und erlebt gleichzeitig die Kultur der indigenen Guna.
Guna Yala ist deshalb weniger ein einzelner berühmter Schnorchelplatz als vielmehr eine komplette tropische Landschaft, in der Inseln, Meer, Korallen und Kultur miteinander verbunden sind.
Isla Iguana und die Pazifikküste
Auch der Pazifik bietet interessante Möglichkeiten. Isla Iguana in der Nähe von Pedasí ist beispielsweise für ihre geschützten Gewässer und ihre Meereswelt bekannt.
Die pazifische Seite Panamas fühlt sich dabei ganz anders an als die Karibik. Die Küsten sind vielerorts wilder, die Gezeiten stärker und die Bedingungen können stärker von Jahreszeit und Wetter abhängen. Dafür begegnet man einer anderen Tierwelt und erlebt eine wesentlich rauere, weniger karibisch wirkende Landschaft.
Warum Bocas besonders gut für preisbewusste Reisende ist
Das vielleicht Beste am Schnorcheln in Bocas del Toro ist, dass man dafür kein großes Budget benötigt.
Man braucht keine private Yacht und normalerweise auch keine teure Spezialausrüstung. Viele Anbieter stellen Maske und Schnorchel zur Verfügung, und die gemeinsamen Bootstouren ermöglichen es, die Kosten auf viele Teilnehmer zu verteilen.
Für etwa 30–35 Dollar kann man je nach Anbieter und Route einen ganzen Tag unterwegs sein und mehrere völlig unterschiedliche Erlebnisse miteinander verbinden: Delfine beobachten, schnorcheln, schwimmen, an tropischen Stränden entspannen, Mangroven sehen und durch den Archipel fahren.
Genau diese Mischung macht die Tour so beliebt.
Man verbringt nicht sechs Stunden ausschließlich im Wasser. Stattdessen verändert sich die Landschaft ständig. Zuerst fährt man durch die Inselwelt, dann sucht man Delfine, anschließend springt man mit Maske und Schnorchel ins Wasser, später liegt man an einem weißen Sandstrand und am Nachmittag fährt man wieder durch die tropischen Kanäle zurück nach Bocas Town.
Ein wichtiger Tipp für Schnorchler
Wer wirklich etwas von der Unterwasserwelt sehen möchte, sollte sich nicht nur auf die Farbe des Wassers konzentrieren. Wasserqualität, Wetter, Wind, Gezeiten und Sichtweite können die Schnorchelbedingungen stark beeinflussen. Ein Ort, der an einem sonnigen, ruhigen Tag fantastisch aussieht, kann bei starkem Wind völlig anders wirken.
Außerdem sollte man Korallen niemals betreten, sich nicht auf Riffe stellen und Tiere nicht anfassen. Korallen sind lebende Organismen, und selbst scheinbar kleine Berührungen können Schäden verursachen.
Eine gute Sonnencreme, Wasser, eine wasserdichte Tasche und eventuell ein eigener Schnorchel gehören ebenfalls zur idealen Ausrüstung. Wer empfindlich gegenüber Sonne ist, ist mit einem UV-Shirt oft besser geschützt als mit stundenlangem Eincremen.
Karibisches Schnorcheln muss nicht teuer sein
Panama wird manchmal als Reiseziel für teure Abenteuer wahrgenommen, doch Bocas del Toro beweist das Gegenteil.
Gerade die klassische 30- bis 35-Dollar-Bootstour ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie viel man in Panama mit relativ wenig Geld erleben kann. Delfine in einer tropischen Bucht, Korallen und Fische unter dem Boot, weiße Sandstrände auf Zapatilla, Mangroven, kleine Inseln und warmes karibisches Wasser – all das kann Teil eines einzigen Tages sein.
Wer anschließend noch mehr erleben möchte, kann sich auf spezialisierte Schnorchel- oder Tauchausflüge konzentrieren und beispielsweise Coiba oder andere marine Schutzgebiete erkunden.
Aber für den ersten Eindruck ist Bocas kaum zu schlagen.
Ein kleiner Schnorchel, eine Maske, eine Lancha und ein Tag auf dem karibischen Meer reichen aus, um eine völlig andere Seite Panamas kennenzulernen – eine Welt, die man von den Straßen, Bergen und Regenwäldern des Landes niemals sehen würde.

