Es gibt Orte in Panama, an denen die Natur etwas ist, das man erst mit dem Auto erreichen muss. Man übernachtet in einem Ort, steigt morgens ins Auto, fährt zu einem Wanderweg, parkt, wandert ein paar Stunden und fährt anschließend wieder zurück. Im Fortuna Forest Reserve ist das anders. Hier ist der Wald nicht einfach ein Ausflugsziel, das man von seiner Unterkunft aus besucht. Der Wald ist die Umgebung der Unterkunft selbst. Und genau das macht die Lage des Lost and Found Hostel so besonders.
Hoch in den Bergen der Provinz Chiriquí liegt das Fortuna Forest Reserve, eine riesige Landschaft aus Nebelwald, Regenwald und bewaldeten Berghängen. Die Umgebung unterscheidet sich deutlich von den heißen tropischen Regionen Panamas auf Meereshöhe. Die Temperaturen sind angenehmer, Wolken ziehen regelmäßig durch die Berge und die hohe Luftfeuchtigkeit schafft ideale Bedingungen für eine außergewöhnliche Vielfalt an Pflanzen, Vögeln, Amphibien, Insekten und Säugetieren.
Das Faszinierende an Fortuna ist, dass man nicht lange suchen muss, um mitten in der Natur zu sein. Schon ein kurzer Spaziergang kann einen von der Unterkunft tief in eine dichte, grüne Welt führen, in der die Geräusche der Zivilisation schnell verschwinden. Stattdessen hört man Vögel hoch oben in den Baumkronen, Insekten im Unterholz und Wasser, das irgendwo weiter unten durch den Wald fließt. Wer langsam geht und aufmerksam bleibt, entdeckt ständig kleine Überraschungen. Ein Kolibri kann plötzlich neben dem Weg auftauchen, ein Affe bewegt sich durch die Baumkronen oder ein kleiner Frosch sitzt perfekt getarnt zwischen den Blättern.
Die Artenvielfalt macht den Fortuna Forest Reserve besonders interessant. Die Kombination aus Höhe, Feuchtigkeit, Niederschlag und gemäßigten Temperaturen schafft Lebensräume für unzählige Arten. Zwischen den Bäumen wachsen Moose, Bromelien, Orchideen und andere Aufsitzerpflanzen. Manche Bäume sind so stark mit Pflanzen bewachsen, dass sie selbst wie kleine Ökosysteme wirken. Wer sich für Natur interessiert, braucht deshalb nicht unbedingt ein spektakuläres Tier zu sehen. Schon ein einzelner Baum kann minutenlang interessant sein, wenn man genauer hinsieht.
Auch das Wetter gehört zum Erlebnis. Fortuna kann sein Gesicht innerhalb kürzester Zeit verändern. Gerade noch kann man klare Berglandschaften sehen, und wenig später ziehen Wolken durch den Wald und verwandeln die Umgebung in eine geheimnisvolle Welt aus Nebel und tropischer Vegetation. Der Regen ist hier nicht einfach schlechtes Wetter. Er ist einer der Gründe, warum dieser Wald überhaupt so üppig und lebendig ist. Nach einem Regenschauer scheint die Natur regelrecht aufzuwachen. Bäche werden lauter, Blätter glänzen und überall beginnt sich etwas zu bewegen.
Genau hier wird die Lage des Lost and Found Hostel besonders praktisch. Das Hostel liegt nicht einfach irgendwo in der Nähe eines Wandergebietes, von dem aus man jeden Morgen einen Transport organisieren muss. Die Wanderwege beginnen praktisch vor der Tür. Man kann aufstehen, frühstücken, seine Wanderschuhe anziehen und direkt loslaufen. Es ist keine lange Autofahrt notwendig und kein komplizierter Tagesausflug erforderlich, um in den Wald zu gelangen.
Das verändert die gesamte Art, wie man Fortuna erlebt. Wenn ein Wanderweg eine lange Autofahrt entfernt liegt, betrachtet man Wandern automatisch als geplante Aktivität. Man muss sich für eine Route entscheiden, einen Transport organisieren und versuchen, möglichst viel aus den wenigen Stunden herauszuholen. Im Lost and Found ist das völlig anders. Man kann morgens eine Stunde durch den Wald laufen, zum Hostel zurückkehren, sich ausruhen und am Nachmittag erneut losgehen. Wenn plötzlich ein heftiger Regenschauer kommt, dreht man einfach um. Man ist schließlich schon zu Hause.
Diese Nähe zur Natur macht Fortuna auch für Reisende interessant, die keine erfahrenen Wanderer sind. Man muss keine mehrstündige Expedition unternehmen, um den Wald kennenzulernen. Schon ein kurzer Spaziergang kann reichen, um eine völlig andere Welt zu erleben. Wer gerne lange wandert, kann die Umgebung ausgiebig erkunden. Wer es gemütlicher angehen möchte, kann einfach langsam durch den Wald gehen, nach Tieren Ausschau halten und die Atmosphäre genießen.
Für Backpacker entsteht dadurch eine ungewöhnliche Kombination. Lost and Found verbindet die soziale Atmosphäre eines Hostels mit einer echten Naturerfahrung. Man kann andere Reisende kennenlernen, gemeinsam essen, Geschichten austauschen und Pläne für die nächsten Tage machen. Gleichzeitig befindet man sich nicht mitten in einer Stadt oder in einem typischen Touristenzentrum, sondern in einer grünen Berglandschaft. Am Abend sitzt man vielleicht noch mit anderen Reisenden zusammen und am nächsten Morgen beginnt der Tag bereits mitten im Nebelwald.
Vielleicht ist genau diese Lage der größte Luxus des Lost and Found. Es geht nicht unbedingt um Luxus im klassischen Sinn. Der eigentliche Luxus ist die Umgebung. Einen ausgewachsenen Nebelwald kann man nicht einfach bauen. Man kann keine jahrzehntelang gewachsene Landschaft künstlich herstellen und man kann nicht innerhalb weniger Jahre ein funktionierendes Ökosystem mit all seinen Pflanzen und Tieren erschaffen.
Im Lost and Found ist all das bereits vorhanden. Die Unterkunft befindet sich direkt in dieser Umgebung und macht sie dadurch zu einem Teil des Aufenthalts. Der Wald ist nicht nur etwas, das man während einer organisierten Tour für ein paar Stunden besucht. Er kann den gesamten Aufenthalt bestimmen.
Für Reisende, die zwischen den Bergen von Chiriquí und der Karibikküste Panamas unterwegs sind, kann Fortuna deshalb viel mehr sein als ein Zwischenstopp für eine Nacht. Es ist ein Ort, an dem man langsamer werden kann. Man kann morgens wandern, mittags entspannen, nachmittags wieder in den Wald gehen und abends mit anderen Reisenden zusammensitzen.
In einem Land, das international vor allem für seine Strände, Inseln und tropischen Küsten bekannt ist, zeigt Fortuna eine völlig andere Seite Panamas. Hier geht es um kühle Bergluft, Nebel, dichtes Grün, riesige Bäume, versteckte Wege und die besondere Atmosphäre eines echten Bergregenwaldes.
Und genau deshalb ist die Lage des Lost and Found Hostel so praktisch. Man muss nicht irgendwo außerhalb des Fortuna Forest Reserve wohnen und jeden Tag in die Natur fahren. Man wacht bereits mitten darin auf. Der Wanderweg ist praktisch vor der Tür, der Wald wird zum Hinterhof und die Wolken werden Teil der Landschaft.
Für einen Backpacker ist das eine seltene Kombination. Man bekommt die soziale Atmosphäre eines Hostels und gleichzeitig unmittelbaren Zugang zu einer der faszinierendsten Naturlandschaften Panamas. Die eigentliche Besonderheit von Lost and Found ist deshalb nicht nur, dass es nahe am Fortuna Forest Reserve liegt. Es ist, dass die Natur direkt dort beginnt, wo das Hostel endet.

