Panama ist ein ungewöhnliches Backpacking Land, weil es einem nicht sofort zeigt, wie unglaublich viel es zu bieten hat. Auf der Karte wirkt es zunächst wie ein relativ kleines Land zwischen Costa Rica und Kolumbien, bekannt für den Panamakanal, eine moderne Hauptstadt und ein paar tropische Strände. Doch sobald du tatsächlich durch das Land reist, merkst du, wie absurd abwechslungsreich Panama ist. Du kannst morgens auf einer karibischen Insel aufwachen, am Nachmittag durch die Berge fahren, am Abend durch einen Nebelwald wandern und ein oder zwei Tage später am Pazifik stehen. Nur wenige Länder dieser Größe bieten eine solche Mischung aus Stränden, Dschungel, Bergen, Tierwelt und Abenteuer.
Das Faszinierende am Backpacking in Panama ist, dass du dich nicht zwischen Strand, Regenwald, Bergen, Wildtieren, Nachtleben und Abenteuer entscheiden musst. Du kannst alles haben. Panama ergibt fast von selbst eine Route, die dich von einem Erlebnis zum nächsten führt. Panama-Stadt zeigt dir zunächst den extremen Kontrast zwischen moderner Metropole und tropischer Wildnis. Danach geht es vielleicht an die Karibikküste, auf die Inseln von Bocas del Toro, in die Berge von Boquete, in die Nebelwälder von Chiriquí oder weiter zum Pazifik nach Santa Catalina. Und irgendwann wird dein ursprünglicher Reiseplan wahrscheinlich sowieso völlig bedeutungslos sein.
Panama-Stadt: Hier beginnt das Abenteuer
Für viele Backpacker ist Panama-Stadt der erste Kontakt mit dem Land, und der Einstieg ist ungewöhnlich. Auf der einen Seite stehen Wolkenkratzer, Einkaufszentren und internationale Restaurants. Auf der anderen Seite kannst du durch die historischen Straßen von Casco Viejo laufen und zwischen alten Gebäuden tropische Pflanzen entdecken.
Die Stadt verdient mehr als nur eine schnelle Übernachtung. Erkunde Casco Viejo, beobachte die Schiffe am Panamakanal, besuche lokale Märkte und erlebe den Kontrast zwischen dem modernen Panama und der Geschichte des Landes. Und wenn du genug von Beton hast, geht es weiter Richtung Westen.
Dort beginnt das eigentliche Backpacking Abenteuer.
Bocas del Toro: Der Ort, an dem Reisepläne verschwinden
Wenn es einen Ort in Panama gibt, der dafür bekannt ist, die Reisepläne von Backpackern komplett zu zerstören, dann ist es Bocas del Toro.
Die meisten kommen mit dem Plan, drei Nächte zu bleiben. Plötzlich sind es fünf. Dann sieben. Und irgendwann weiß niemand mehr genau, wann eigentlich die Weiterreise stattfinden sollte.
Boote fahren zwischen den Inseln hin und her, Hostels sind voller Reisender, Strände tauchen hinter Palmen auf und das Konzept von „morgen“ verliert langsam seine Bedeutung.
Tagsüber kannst du schnorcheln, schwimmen, surfen, Kajak fahren, Strände erkunden oder einfach absolut nichts tun. Sobald die Sonne untergeht, verändert sich die Atmosphäre und die Backpacker Szene erwacht.
Bocas ist einer dieser Orte, an denen Fremde unglaublich schnell zu Reisegefährten werden. Jemand erzählt beim Frühstück, dass er am nächsten Tag zu einem bestimmten Strand fährt. Zwei Minuten später schließt sich die halbe Gruppe an. Jemand anderes kennt einen guten Bootsführer. Ein weiterer Backpacker kennt ein Restaurant.
Und plötzlich sieht dein ursprünglicher Reiseplan völlig anders aus.
Genau so sollte Backpacking sein.
Dann kommen die Berge
Irgendwann hast du genug von der tropischen Hitze und beginnst, dich nach kühlerer Luft zu sehnen.
Dann geht es in die Berge.
Boquete ist bekannt für Kaffee, Wanderungen, Wasserfälle, Blumen und spektakuläre Berglandschaften. Es ist eine völlig andere Welt als Bocas del Toro. Statt morgens Palmen und Meer zu sehen, wachst du plötzlich zwischen grünen Bergen auf.
Hier zeigt Panama eine seiner größten Stärken: die unglaubliche geografische Vielfalt auf relativ kleinem Raum. Du musst nicht Tausende Kilometer zurücklegen, um eine komplett andere Landschaft zu erleben.
Manchmal reicht ein Bus.
Und dann kommt Lost and Found
Zwischen der Karibik und den Bergen befindet sich allerdings ein Ort, den Backpacker wirklich nicht auslassen sollten.
Lost and Found Hostel liegt im Nebelwald von Chiriquí, innerhalb des La Fortuna Nature Reserve, an der Route zwischen Bocas del Toro und Boquete. Es ist kein gewöhnliches Hostel neben einer Hauptstraße. Das Hostel liegt mitten in einem Naturreservat und ist nur zu Fuß erreichbar.
Schon die Anreise macht deutlich, dass dies kein gewöhnliches Backpacker Hostel ist. Du lässt die Straße hinter dir, gehst durch den Wald und plötzlich befindest du dich in einer komplett anderen Welt. Wolken ziehen durch die Berge, die Temperatur wird angenehmer und überall ist Wald.
Statt deine Zimmertür zu öffnen und auf Verkehr oder Gebäude zu schauen, blickst du direkt in den Dschungel.
Rund um das Hostel gibt es ein ausgedehntes Netz von Wanderwegen, auf denen du Vögel, Affen, Faultiere, Frösche und unzählige andere Tiere entdecken kannst. Dazu kommen Wasserfälle, Flüsse, Aussichtspunkte und verschiedene Abenteueraktivitäten.
Doch vielleicht ist das Interessanteste gar nicht die Landschaft.
Es sind die Menschen.
Weil es mitten im Wald liegt und nicht einfach eine Reihe von Bars und Restaurants vor der Tür gibt, verbringen Reisende automatisch mehr Zeit miteinander. Man wandert gemeinsam. Man isst gemeinsam. Man erkundet den Wald. Man sitzt abends zusammen und erzählt sich Geschichten.
Menschen, die morgens noch völlig fremd waren, können am Nachmittag bereits gemeinsam einen Wasserfall suchen.
Und genau diese Kombination aus Natur, Abenteuer und Backpacker Gemeinschaft macht Lost and Found zu einem besonderen Teil der Panama Route.
Deshalb sollte man Lost and Found nicht einfach als Übernachtungsstopp zwischen Bocas und Boquete betrachten. Es ist selbst ein Reiseziel.
Santa Catalina: Panama wird wieder wild
Nach den Bergen kannst du weiter Richtung Santa Catalina reisen. Und plötzlich verändert Panama erneut seinen Charakter.
Jetzt bist du am Pazifik.
Surfer kommen wegen der Wellen, Taucher fahren Richtung Coiba und Backpacker genießen das langsamere Leben eines kleinen Küstenortes.
Santa Catalina ist außerdem das Tor zum Coiba National Park, einem der beeindruckendsten Meeresgebiete Panamas. Beim Tauchen und Schnorcheln kannst du eine unglaubliche Unterwasserwelt erleben, mit Korallen, tropischen Fischen, Rochen, Schildkröten und zahlreichen anderen Meeresbewohnern.
Das Faszinierende ist, dass du zu diesem Zeitpunkt bereits karibische Inseln und Nebelwälder erlebt hast und nun plötzlich in einer völlig anderen Welt unter Wasser unterwegs bist.
Der Dschungel ist niemals weit entfernt
Eine der besten Eigenschaften Panamas ist, dass Wildtiere nicht nur in weit entfernten Nationalparks existieren, in denen du drei Stunden durch den Wald laufen musst und hoffst, irgendwann vielleicht ein Tier zu sehen.
Je nachdem, wo du unterwegs bist, kannst du Affen, Faultiere, Tukane, Kolibris, Frösche, Schmetterlinge, Eidechsen, Schlangen und eine geradezu lächerliche Vielfalt an Insekten entdecken.
Und manchmal kommt die Tierwelt zu dir.
Wer nachts durch einen tropischen Wald läuft, kann feststellen, dass „Wildtierbeobachtung“ in Panama manchmal bedeutet, dass plötzlich etwas mit acht Beinen direkt neben dem Wanderweg sitzt.
Das gehört dazu.
Panama ist kein Zoo.
Der Regenwald ist hier tatsächlich lebendig.
Die besten Erlebnisse müssen nicht teuer sein
Ein weiterer Grund, warum Panama so gut zum Backpacken geeignet ist: Du musst nicht für jedes Erlebnis viel Geld ausgeben.
Einige der schönsten Erinnerungen kosten fast nichts. Wandere einen Waldweg. Schwimme in einem Fluss. Suche einen Wasserfall. Beobachte Vögel. Sitze an einem Strand. Sprich mit Einheimischen. Fahre mit einem öffentlichen Bus durch die Berge. Kaufe frisches Obst auf einem Markt. Beobachte den Sonnenuntergang.
Und dann gib dein Geld für die Erlebnisse aus, die wirklich besonders sind.
Tauche bei Coiba.
Mach eine außergewöhnliche Bootstour.
Probiere Canyoning.
Besteige einen Berg.
Lerne Surfen.
Backpacking bedeutet nicht, alles möglichst billig zu machen. Es bedeutet, zu entscheiden, wofür dein Geld tatsächlich etwas Besonderes kauft.
Die Route selbst wird zum Erlebnis
Irgendwann passiert beim Backpacking durch Panama etwas Lustiges.
Du beginnst, immer wieder dieselben Menschen zu treffen.
Du lernst jemanden in Bocas kennen.
Ein paar Tage später siehst du dieselbe Person in den Bergen.
Jemand, den du bei Lost and Found getroffen hast, taucht plötzlich in Boquete auf.
Und später begegnet dir vielleicht jemand aus Santa Catalina wieder.
Panama ist klein genug, dass Backpacker automatisch durch bestimmte Orte, Hostels und Transportwege gelenkt werden. Dadurch entsteht eine ganz besondere Gemeinschaft.
Du reist nicht einfach durch ein Land.
Du bewegst dich durch eine ständig wechselnde Gruppe von Menschen, die ungefähr dieselbe Route verfolgen.
Und jeder kennt jemanden.
Jemand weiß, wo du als Nächstes hin solltest.
Jemand kommt gerade von dort.
Jemand kennt einen günstigeren Weg.
Jemand kennt einen Wasserfall.
Jemand kennt ein gutes Hostel.
Jemand weiß, wo die Party stattfindet.
Und irgendjemand wird garantiert irgendwann sagen:
„Du musst unbedingt dort hin.“
Das ist Backpacking in Panama.
Warum Panama perfekt für Backpacker ist
Panama eignet sich besonders gut für Reisende, die Abenteuer erleben möchten, ohne sich komplett von der Zivilisation verabschieden zu müssen.
Du kannst in den Dschungel gehen und am nächsten Tag wieder gutes Internet haben. Du kannst billig essen oder dir etwas Besonderes gönnen. Du kannst öffentliche Busse nehmen oder einen Shuttle buchen. Du kannst in einem Dorm schlafen, eine Hängematte nehmen oder dir ein komfortableres Zimmer gönnen.
Du bestimmst selbst, wie abenteuerlich deine Reise werden soll.
Und wenn du irgendwann genug davon hast, deinen Rucksack jeden Tag zu tragen, in Dorms zu schlafen und deine Kleidung innerhalb von fünf Minuten wieder durchzuschwitzen, kannst du dir einfach eine Dusche und ein bequemes Bett gönnen.
Danach geht es wieder in den Dschungel.
Versuche nicht, alles zu sehen
Einer der größten Fehler beim Backpacking in Panama ist der Versuch, alles abzuhaken.
Panama belohnt Reisende, die langsam unterwegs sind.
Bleib einen Tag länger in Bocas.
Verbringe ein paar Tage in den Bergen.
Nimm dir Zeit bei Lost and Found.
Bleib länger in Santa Catalina.
Erkunde statt nur Sehenswürdigkeiten abzuhaken.
Die besten Momente entstehen oft an Tagen, an denen eigentlich gar nichts Besonderes geplant war.
Vielleicht triffst du beim Frühstück jemanden, der dich zu einer Wanderung überredet.
Vielleicht empfiehlt dir ein Einheimischer einen Wasserfall.
Vielleicht wird eine einfache Busfahrt plötzlich zum Abenteuer.
Vielleicht sitzt du bis zum Sonnenuntergang am Strand, weil niemand irgendwo anders sein muss.
Genau daraus entstehen später die Geschichten, die du deinen Freunden erzählst.
Panama ist mehr als ein Zwischenstopp
Für Reisende, die durch Zentralamerika unterwegs sind, wird Panama manchmal einfach als das Land zwischen Costa Rica und Kolumbien betrachtet.
Das ist ein Fehler.
Panama verdient es, selbst entdeckt zu werden.
Es gibt karibische Inseln, Pazifikstrände, Regenwälder, Nebelwälder, Berge, indigene Kulturen, Korallenriffe und eine der bedeutendsten Ingenieurleistungen der Menschheitsgeschichte.
Und irgendwo mitten auf der westlichen Backpacker Route liegt ein Hostel, bei dem du die Straße hinter dir lässt und direkt in den Dschungel hineinwanderst.
Lost and Found ist nicht einfach nur ein praktischer Zwischenstopp zwischen Bocas del Toro und Boquete. Es ist einer dieser Orte, die eine Backpacking Reise durch Panama zu etwas Besonderem machen. Du kommst vielleicht ursprünglich nur wegen einer Übernachtung und findest stattdessen Wanderwege, Wasserfälle, Wildtiere, Bergblicke, Hängematten, andere Reisende und die Möglichkeit, dass die Person, die du am Nachmittag kennengelernt hast, am nächsten Morgen dein neuer Abenteuerpartner ist.
Und genau deshalb kann Backpacking in Panama so süchtig machen.
Du weißt nie genau, was hinter der nächsten Kurve kommt.
Eine karibische Insel.
Ein Bergpfad.
Ein versteckter Wasserfall.
Ein Hostel mitten im Nebelwald.
Eine Welle am Pazifik.
Ein Korallenriff.
Ein seltsames Tier in der Dunkelheit.
Eine unerwartete Busfahrt.
Oder ein Mensch, den du gestern noch nicht kanntest und der plötzlich Teil deiner Reisegeschichte wird.
Das ist Panama.
Und wer durch das Land backpackt, sollte Lost and Found nicht einfach auf der Karte überspringen. Denn manchmal sind es gerade die Orte, die nicht wie klassische Sehenswürdigkeiten aussehen, die am Ende zu den Geschichten werden, an die man sich Jahre später noch erinnert.
