Backpacking in Panama – Ein Abenteuer zwischen Dschungel, Inseln und Pazifik

Panama ist eines dieser Länder, die man zunächst unterschätzt. Auf der Landkarte wirkt es wie eine schmale Verbindung zwischen Nord- und Südamerika – doch wer mit dem Rucksack durch Panama reist, entdeckt eine erstaunliche Mischung aus tropischem Dschungel, karibischen Inseln, Vulkanlandschaften, einsamen Stränden und kleinen Orten, in denen das Leben noch deutlich langsamer läuft.

Für Backpacker ist Panama besonders interessant, weil man innerhalb weniger Stunden von einer Großstadt in den Regenwald, von den Bergen an die Karibikküste oder von einem Surfstrand zu einem abgelegenen Inselparadies gelangen kann.

Panama City – der ungewöhnliche Start

Viele Backpacker beginnen ihre Reise in Panama City. Die Skyline mit ihren Wolkenkratzern wirkt zunächst fast fehl am Platz zwischen den tropischen Landschaften des Landes. Doch nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt beginnt bereits eine völlig andere Welt.

Der Panamakanal, die historische Altstadt Casco Viejo und die grünen Gebiete rund um die Stadt machen Panama City zu einem guten Ausgangspunkt. Besonders spannend wird es, wenn man nicht zu lange in der Stadt bleibt, sondern sich langsam in Richtung Natur bewegt.

Bocas del Toro – Inseln, Palmen und Backpackerleben

An der Karibikküste wartet Bocas del Toro, eines der bekanntesten Reiseziele Panamas.

Hier dreht sich vieles um Boote, Inseln, Strände und das karibische Lebensgefühl. Man kann mit dem Wassertaxi zwischen den Inseln unterwegs sein, schnorcheln, tauchen, surfen oder einfach mit einem kalten Getränk am Wasser sitzen.

Bocas ist außerdem einer der Orte, an denen Backpacker besonders leicht andere Reisende kennenlernen. Wer alleine unterwegs ist, findet hier schnell Gesellschaft.

Doch Panama hat noch eine andere Seite – und genau deshalb sollte man nicht die gesamte Reise auf den Inseln verbringen.

Boquete – Wanderschuhe statt Flip-Flops

Je weiter man ins Hochland reist, desto stärker verändert sich die Landschaft.

Boquete liegt in den Bergen und ist bekannt für Wanderwege, Kaffeeplantagen, Wasserfälle und das angenehm kühlere Klima. Nach Tagen tropischer Hitze kann es geradezu überraschend sein, morgens einen Pullover zu brauchen.

Für Backpacker ist Boquete ein idealer Ort, um ein paar Tage aktiv zu verbringen. Wanderungen führen durch Nebelwald und Berglandschaften, während rundherum Kaffee angebaut wird.

Und dann ist da noch der Vulkan Barú – der höchste Punkt Panamas.

Lost and Found – wenn der Weg selbst zum Abenteuer wird

Zwischen Boquete und Bocas del Toro liegt eine Unterkunft, die sich deutlich von einem gewöhnlichen Hostel unterscheidet: Lost and Found Hostel.

Das Hostel liegt mitten im Wald im Fortuna Forest Reserve und ist nicht einfach mit dem Auto bis zur Rezeption erreichbar. Man muss zunächst ein Stück durch den Dschungel hinaufwandern.

Und genau das ist Teil des Erlebnisses.

Statt Straßenlärm gibt es Nebelwald, statt Hotelkorridoren schmale Waldwege und statt eines klassischen Swimmingpools versteckte Flussstellen und natürliche Dschungellandschaften.

Das Gelände verfügt über ein eigenes Netz an Wanderwegen und einen Aussichtspunkt mit Blick über die Landschaft bis in Richtung Pazifik. Mit etwas Glück entdeckt man unterwegs Affen, Faultiere, tropische Vögel oder andere Bewohner des Waldes.

Für Backpacker, die Panama nicht nur anschauen, sondern tatsächlich erleben möchten, kann genau so ein Ort zum Höhepunkt der Reise werden.

Santa Catalina und Coiba – Panama unter Wasser

Wer glaubt, Panama sei ausschließlich ein Land für Dschungelwanderungen und Strände, sollte nach Santa Catalina weiterreisen.

Der kleine Küstenort ist der Ausgangspunkt für Ausflüge in den Coiba-Nationalpark. Die Gewässer rund um Coiba gehören zu den faszinierendsten Meeresgebieten Panamas.

Taucher können hier auf eine völlig andere Welt treffen: riesige Fischschwärme, Rochen, Haie, Schildkröten und mit etwas Glück sogar größere pelagische Tiere.

Santa Catalina fühlt sich dabei wesentlich ruhiger an als Bocas. Es ist ein Ort für Menschen, die morgens ins Wasser wollen und abends lieber den Sonnenuntergang beobachten, als in einem überfüllten Club zu stehen.

Der eigentliche Reiz des Backpackens in Panama

Das Besondere an Panama ist nicht ein einzelner Ort.

Es ist der Kontrast.

Du kannst morgens noch durch einen feuchten Nebelwald wandern, wenige Stunden später an der Karibikküste sitzen und am nächsten Tag auf einem Boot zu einer tropischen Insel fahren.

Du kannst in einer Hängematte liegen und Kolibris beobachten – und am nächsten Morgen einen Berg besteigen.

Du kannst eine Nacht in einem lebhaften Backpackerort verbringen und am folgenden Tag an einem Strand stehen, an dem kaum jemand zu sehen ist.

Panama ist klein genug, um diese Gegensätze miteinander zu verbinden, aber abwechslungsreich genug, dass sich die Reise niemals eintönig anfühlt.

Ein Land für spontane Backpacker

Panama eignet sich besonders gut für Reisende, die nicht jeden einzelnen Tag im Voraus planen möchten.

Natürlich gibt es beliebte Routen. Doch einige der besten Erlebnisse entstehen häufig dazwischen: ein kleiner Bus, eine unerwartete Wanderung, ein abgelegener Strand oder eine Empfehlung von jemandem, den man am Vorabend im Hostel kennengelernt hat.

Und genau darin liegt der Charme des Backpackens.

Man reist nicht einfach von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit.

Man lässt ein bisschen Platz für das Ungeplante.

Panama ist kein Land, das man nur von einer Checkliste abhaken sollte. Es ist ein Land, in dem der Weg zwischen zwei Orten genauso interessant sein kann wie das Ziel selbst.