Panama hat den Ruf, eines der teureren Länder Mittelamerikas zu sein. Und ganz falsch ist das nicht. Wer jeden Tag Taxi fährt, in schicken Restaurants isst, private Zimmer bucht und ständig organisierte Touren macht, kann hier sehr schnell viel Geld ausgeben.
Aber das ist nur eine Seite Panamas.
Wer sich auf das lokale Panama einlässt, kann erstaunlich günstig reisen. Hostels, einfache Restaurants, öffentliche Busse, kostenlose Wanderungen, lokale Märkte und weniger bekannte Reiseziele machen es möglich, Panama auch mit einem relativ kleinen Tagesbudget zu erleben. Aktuelle Backpacker-Schätzungen liegen für eine einfache Reise ungefähr bei 40 bis 60 US-Dollar pro Tag, wobei besonders Unterkunft, Essen und Aktivitäten den Unterschied machen.
Und das Beste daran?
Du musst nicht auf Abenteuer verzichten.
Im Gegenteil. Einige der besten Erlebnisse in Panama kosten fast nichts.
Wie viel Geld braucht man wirklich?
Für einen klassischen Backpacker, der im Schlafsaal übernachtet, lokal isst, öffentliche Verkehrsmittel benutzt und nicht jeden Tag eine teure Tour macht, ist ein Budget von etwa 40 bis 60 US-Dollar pro Tag ein realistischer Ausgangspunkt.
Wer besonders sparsam reist, kann darunter bleiben.
Wer regelmäßig taucht, San Blas besucht, private Shuttles nimmt oder häufig feiern geht, wird deutlich darüber liegen.
Ein aktuelles Budgetmodell für Panama kommt auf ungefähr 72 US-Dollar pro Tag für einen sogenannten Social Backpacker, inklusive Hostel, Essen, Transport, Aktivitäten und Extras. Das ist eher ein komfortables Backpacker-Budget als das absolute Minimum.
Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht nur, wie viel Panama kostet, sondern wofür du dein Geld ausgibst.
Die größte Geldfalle: zu schnell reisen
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Budgettipp überhaupt.
Viele Backpacker denken, sie sparen Geld, wenn sie möglichst viele Orte in möglichst kurzer Zeit besuchen.
In Panama funktioniert das oft genau andersherum.
Jeder Ortswechsel bedeutet Transportkosten. Dazu kommen Taxis zum Busbahnhof, Boote, Shuttles, Snacks unterwegs und manchmal eine zusätzliche Übernachtung.
Wenn du dagegen vier oder fünf Nächte an einem Ort bleibst, verteilen sich deine Kosten viel besser.
Das gilt besonders für Backpacker, die Orte wie Boquete, Santa Catalina, Santa Fe, Cambutal oder Lost and Found Hostel besuchen.
Langsamer reisen bedeutet in Panama oft günstiger reisen.
Schlafen: Hostels sind dein bester Freund
Eine der einfachsten Möglichkeiten, dein Budget niedrig zu halten, ist natürlich ein Schlafsaal.
Aktuelle Preise für Hostelbetten liegen je nach Ort und Saison häufig ungefähr zwischen 12 und 25 US-Dollar.
In beliebten Orten wie Bocas del Toro, Panama City oder Santa Catalina können die Preise höher liegen, während weniger touristische Orte oft deutlich günstiger sind.
Aber es gibt einen weiteren Vorteil von Hostels:
Du sparst nicht nur beim Bett.
Du triffst andere Backpacker, kannst gemeinsame Transporte organisieren, Aktivitäten teilen und bekommst häufig Tipps von Reisenden, die gerade aus der entgegengesetzten Richtung kommen.
Manchmal ist der Backpacker neben dir die beste Reiseberatung, die du bekommen kannst.
Lost and Found: Wenn die Unterkunft selbst zum Erlebnis wird
Lost and Found Hostel ist ein gutes Beispiel dafür, warum man beim Budgetreisen nicht nur auf den Preis pro Nacht schauen sollte.
Das Hostel liegt mitten im Bergwald zwischen Boquete und Bocas del Toro und bietet Zugang zu Wanderwegen, Natur und verschiedenen Aktivitäten.
Wenn du an einem Ort mehrere Tage verbringen kannst, ohne jeden Tag Geld für neue Sehenswürdigkeiten auszugeben, kann eine Unterkunft mit viel Natur rundherum erstaunlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Du musst nicht jeden Tag eine 50-Dollar-Tour buchen.
Manchmal ist der Wanderweg direkt vor deiner Tür das Abenteuer.
Essen: Vergiss die Touristenrestaurants
Wenn du dein Budget wirklich kontrollieren möchtest, solltest du anfangen, dort zu essen, wo Einheimische essen.
Panama hat sogenannte Fondas, kleine lokale Restaurants, in denen einfache Mahlzeiten oft deutlich günstiger sind als in Restaurants, die sich hauptsächlich an Touristen richten.
Eine einfache lokale Mahlzeit kann häufig im Bereich von wenigen Dollar liegen, während ein Essen in einem touristischen Restaurant schnell deutlich mehr kostet. Aktuelle Budgetführer nennen etwa 4 bis 8 US-Dollar als typische Spanne für eine Mahlzeit in einer lokalen Fonda.
Der Unterschied summiert sich.
Ein 15-Dollar-Abendessen klingt vielleicht nicht teuer.
Aber 15 Dollar jeden Abend für einen Monat sind 450 Dollar.
Wenn du stattdessen häufig für 5 oder 6 Dollar lokal isst, sieht die Rechnung plötzlich völlig anders aus.
Mittagessen ist dein Budget-Geheimnis
Wenn du gerne in besseren Restaurants essen möchtest, mach das am besten mittags.
Viele lokale Restaurants bieten ein Tagesmenü oder günstige Mittagsgerichte an.
Abends kannst du dann wieder etwas Einfaches essen.
Oder du kaufst Brot, Obst, Haferflocken, Eier, Reis oder andere Grundnahrungsmittel und bereitest zumindest einige Mahlzeiten selbst zu.
Das ist besonders effektiv, wenn dein Hostel eine Küche besitzt.
Märkte statt Supermärkte
Lokale Märkte können eine fantastische Möglichkeit sein, günstig Obst und andere Lebensmittel zu kaufen.
Bananen, Papaya, Ananas, Wassermelone und andere tropische Früchte können nicht nur günstiger sein als importierte Snacks, sondern sind auch das perfekte Backpacker-Essen.
Eine Ananas und ein paar Bananen können einen überraschend großen Teil des Tages abdecken.
Und du bist in Panama.
Du solltest tropisches Obst essen.
Sehr viel davon.
Wasser: Kleine Ausgaben werden große Ausgaben
Eine der langweiligsten, aber effektivsten Budgetstrategien ist eine wiederverwendbare Wasserflasche.
Wenn du jeden Tag mehrere kleine Flaschen kaufst, verschwindet erstaunlich viel Geld.
Eine Flasche, die du immer wieder auffüllen kannst, reduziert nicht nur deine Ausgaben, sondern auch deinen Plastikverbrauch.
Kleine Entscheidungen wie diese machen bei einer Reise von mehreren Wochen einen echten Unterschied.
Öffentliche Busse statt private Shuttles
Panama verfügt über ein weitreichendes Busnetz, und öffentliche Busse sind eine der günstigsten Möglichkeiten, das Land zu erkunden. Der zentrale Verkehrsknotenpunkt für viele Fernverbindungen ist die große Busstation Albrook in Panama-Stadt.
Für Backpacker kann der lokale Bus außerdem Teil des Abenteuers sein.
Du siehst mehr vom Land.
Du reist mit Einheimischen.
Du kommst manchmal an Orte, die kein touristischer Shuttle anfährt.
Und du sparst Geld.
Private Shuttles sind natürlich bequemer, aber Bequemlichkeit hat ihren Preis.
Wenn dein Budget knapp ist, solltest du den Shuttle nicht automatisch als Standardoption betrachten.
In Panama-Stadt: Metro statt Taxi
Panama-Stadt ist einer der Orte, an denen du besonders schnell Geld sparen kannst.
Die Metro und öffentlichen Busse sind wesentlich günstiger als regelmäßige Taxifahrten. Die Metro kostet nur einen Bruchteil dessen, was du für mehrere Taxifahrten am Tag ausgeben würdest.
Nutze die Metro für längere Strecken und gehe zu Fuß, wenn es möglich ist.
Casco Viejo, bestimmte Viertel und viele Sehenswürdigkeiten lassen sich wunderbar zu Fuß erkunden.
Und wenn du am Ende des Tages feststellst, dass du 15 Dollar an Taxifahrten gespart hast, hast du plötzlich genug Geld für ein gutes Abendessen.
Nimm kleine Scheine mit
Das klingt banal, kann aber in Panama unglaublich praktisch sein.
Halte immer einige kleine Dollarbeträge bereit.
In kleinen Geschäften, ländlichen Gebieten, bei Bussen, Booten und kleinen Restaurants kann es schwierig sein, einen großen Schein zu wechseln.
Wenn du nur einen großen Schein hast, kann aus einem einfachen Kauf plötzlich ein kleines logistisches Problem werden.
Die teuersten Aktivitäten strategisch planen
Du musst nicht jede Aktivität streichen.
Du musst nur auswählen.
Wenn du beispielsweise unbedingt tauchen, surfen, nach San Blas fahren oder Coiba besuchen möchtest, dann plane diese Ausgaben bewusst ein.
Mach nicht jeden Tag eine teure Tour.
Ein guter Backpacker-Rhythmus kann so aussehen:
Ein teurer Ausflug.
Dann zwei Tage kostenlose oder günstige Aktivitäten.
Dann vielleicht wieder eine besondere Tour.
So bleibt dein Gesamtbudget unter Kontrolle, ohne dass du das Gefühl hast, auf alles verzichten zu müssen.
Kostenlose Abenteuer gibt es überall
Panama ist unglaublich reich an kostenlosen Naturerlebnissen.
Wandern.
Strände.
Flüsse.
Aussichtspunkte.
Sonnenuntergänge.
Dschungel.
Kleine Dörfer.
Lokale Märkte.
Viele der besten Dinge, die du in Panama machen kannst, kosten überhaupt nichts.
In Orten wie Santa Fe, Cerro Punta, Cambutal und rund um viele kleinere Bergregionen kann allein die Landschaft zur Sehenswürdigkeit werden.
Du brauchst keinen Eintrittsschalter, um einen Sonnenuntergang zu genießen.
Reise dorthin, wo andere Backpacker nicht hinfahren
Das ist einer der besten Budgettricks in Panama.
Je berühmter der Ort, desto höher können die Preise sein.
Bocas del Toro kann teuer werden.
San Blas kann teuer werden.
Santa Catalina kann teuer werden.
Aber Orte wie Santa Fe, Pixvae, Cambutal oder andere weniger bekannte Regionen können wesentlich günstiger sein.
Und manchmal sind sie sogar interessanter.
Wenn du nicht jeden Tag Cocktails, Touren und Instagram-Spots brauchst, kannst du Panama auf eine völlig andere Art erleben.
San Blas: Einmal richtig planen
San Blas beziehungsweise Guna Yala ist ein Traumziel.
Aber es gehört nicht unbedingt zu den Orten, an denen du dein Budget maximieren kannst.
Tagesausflüge und mehrtägige Touren können schnell einen beträchtlichen Teil deines Reisebudgets verschlingen. Aktuelle Preisübersichten nennen für San-Blas-Touren grob 40 bis 100 US-Dollar oder mehr, abhängig vom Angebot.
Das bedeutet nicht, dass du San Blas auslassen solltest.
Wenn es auf deiner Wunschliste steht, plane es einfach als großen Ausgabenpunkt ein.
Spare vorher und danach.
Bocas del Toro ohne das Geld zu verbrennen
Bocas ist fantastisch, aber auch hier kann das Budget schnell verschwinden.
Die Lösung ist einfach:
Nicht jeden Abend feiern.
Nicht jede Mahlzeit in einem touristischen Restaurant essen.
Nicht jeden Tag ein Wassertaxi nehmen.
Nicht jeden Ausflug buchen, nur weil er angeboten wird.
Wähle deine Inselaktivitäten sorgfältig aus und verbringe dazwischen Tage, an denen du einfach schwimmst, spazieren gehst und die Umgebung erkundest.
Du musst nicht jeden Tag Geld ausgeben, damit ein Tag gut war.
Alkohol ist der stille Budgetkiller
Backpacker kennen diese Geschichte.
"Nur ein Bier."
Dann wird daraus ein zweites.
Dann ein Shot.
Dann Essen.
Dann ein Taxi.
Und plötzlich kostet der Abend 50 Dollar.
Panama kann ein großartiger Ort zum Feiern sein, aber wenn du mit einem knappen Budget reist, solltest du deine Partyabende bewusst planen.
Ein oder zwei große Abende pro Woche können wesentlich günstiger sein als jeden Abend auszugehen.
Reisen in der Nebensaison
Auch die Reisezeit kann einen Unterschied machen.
Aktuelle Preisvergleiche zeigen tendenziell niedrigere Hostelpreise in den Monaten September bis November und höhere Preise Anfang des Jahres.
Die Regenzeit bedeutet natürlich mehr Regen, aber das heißt nicht automatisch, dass es den ganzen Tag regnet.
Für Budgetreisende kann die ruhigere Saison interessant sein.
Weniger Menschen.
Teilweise günstigere Unterkünfte.
Mehr Verhandlungsspielraum.
Und eine andere Atmosphäre.
Plane nicht alles im Voraus
Das ist vielleicht einer der größten Vorteile eines Backpackers.
Wenn du drei Monate vorher jede Unterkunft, jeden Transfer und jede Tour buchst, verlierst du Flexibilität.
Wenn du dagegen ein paar Tage vorausplanst, kannst du spontan bleiben, wenn du einen Ort liebst.
Du kannst länger bleiben.
Du kannst eine teure Tour auslassen.
Du kannst mit anderen Backpackern einen Transport teilen.
Und du kannst einen günstigen Ort wählen, wenn dein Budget gerade etwas knapp wird.
Ein Beispiel für einen günstigen Backpacker-Tag
Stell dir einen normalen Tag vor.
Du wachst in einem Hostel auf.
Frühstück mit Haferflocken, Bananen und Kaffee.
Danach gehst du wandern.
Kosten: fast nichts.
Mittags isst du in einer Fonda.
Vielleicht 5 bis 7 Dollar.
Am Nachmittag schwimmst du in einem Fluss oder erkundest einen Strand.
Wieder kostenlos.
Abends kochst du im Hostel oder isst etwas Einfaches.
Vielleicht noch 5 bis 7 Dollar.
Dazu dein Hostelbett.
Wenn du öffentliche Verkehrsmittel benutzt und keine großen Touren buchst, kann dein gesamter Tag erstaunlich günstig bleiben.
Und trotzdem hast du einen kompletten Panama-Tag erlebt.
Der wichtigste Budgettipp von allen
Versuche nicht, Panama so billig wie möglich zu bereisen.
Versuche, dein Geld für die richtigen Dinge auszugeben.
Spare beim Taxi.
Spare beim Frühstück.
Spare beim täglichen Restaurantbesuch.
Spare bei unnötigen Transfers.
Aber wenn du schon immer davon geträumt hast, in Coiba zu tauchen, dann tauche.
Wenn du unbedingt San Blas sehen möchtest, dann fahr hin.
Wenn du eine Nacht in einem besonderen Hostel verbringen möchtest, mach es.
Wenn du einen Surfkurs machen möchtest, mach ihn.
Das Ziel ist nicht, Panama mit möglichst wenig Geld zu überleben.
Das Ziel ist, möglichst viel Panama für dein Geld zu bekommen.
Und genau deshalb eignet sich das Land so gut für Backpacker.
Du kannst morgens mit einem billigen lokalen Bus losfahren, durch Berge und Dschungel reisen, am Nachmittag an einem tropischen Strand stehen und abends für wenige Dollar mit anderen Reisenden zusammensitzen.
Du brauchst kein riesiges Reisebudget.
Du brauchst etwas Flexibilität, ein bisschen Abenteuerlust und die Bereitschaft, manchmal die einfache Option zu wählen.
Denn in Panama ist die günstigste Option erstaunlich oft auch die interessanteste.

