Wenn du Panama wirklich kennenlernen möchtest, solltest du nicht jede Mahlzeit in einem schicken Restaurant oder einem auf Touristen ausgerichteten Café verbringen. Die spannendsten kulinarischen Erlebnisse findet man oft dort, wo Einheimische selbst essen. Folge mittags einfach dem Duft von gebratenem Fleisch, Reis und Kochbananen, halte Ausschau nach kleinen Restaurants voller Einheimischer und schau, was in den großen Töpfen hinter dem Tresen köchelt.
Eine der besten Möglichkeiten dafür sind Fondas. Diese einfachen, meist familiengeführten Lokale gehören zum Alltag in Panama. Hier essen Arbeiter, Taxifahrer, Büroangestellte, Familien und Reisende, die gutes Essen wollen, ohne ein Vermögen auszugeben. Ein typisches Mittagessen kostet häufig nur wenige Dollar und besteht oft aus einer großen Portion Reis, Fleisch oder Fisch, Bohnen, Salat, Kochbananen oder Yuca.
Das Ambiente ist dabei meistens ausgesprochen unkompliziert. Vielleicht sitzt du auf einem Plastikstuhl, neben dir läuft ein Fernseher und hinter dem Tresen stehen mehrere große Schalen und Metallbehälter mit dem Essen des Tages. Niemand versucht, daraus ein luxuriöses Restauranterlebnis zu machen. Und genau das ist der Reiz. Du bezahlst nicht für Design oder schicke Tischdekoration, sondern für eine ordentliche Portion echter panamaischer Hausmannskost.
Was ist eigentlich eine Fonda?
Eine Fonda lässt sich nur schwer mit einem einzigen deutschen Begriff übersetzen. Am ehesten könnte man sie als Mischung aus kleinem Familienrestaurant, einfacher Kantine und lokaler Küche beschreiben. Manche Fondas sind richtige kleine Restaurants mit Tischen und Speisekarten, andere bestehen aus kaum mehr als einer Küche, einem Tresen und ein paar Sitzplätzen.
Das Prinzip ist meistens einfach. Du gehst hinein, schaust dir an, was an diesem Tag angeboten wird, und stellst dir dein Essen zusammen. Häufig gibt es Hähnchen, Rindfleisch, Schweinefleisch oder Fisch sowie Beilagen wie Reis, Bohnen, Kochbananen, Yuca oder Salat.
Eine der besten Möglichkeiten, eine gute Fonda zu finden, ist erstaunlich simpel: Schau, wo die Einheimischen essen.
Wenn mittags zehn Einheimische vor einem kleinen Lokal sitzen, während das schicke Restaurant nebenan halb leer ist, solltest du vielleicht genau dort essen, wo es voll ist.
Panama-Stadt: Weg von den Touristenstraßen
Panama-Stadt besitzt eine fantastische Restaurantszene, aber du musst keineswegs viel Geld ausgeben, um traditionelle panamaische Küche zu probieren. In vielen Stadtvierteln findest du kleine Fondas und einfache Lokale, in denen zur Mittagszeit große Teller mit Hausmannskost über den Tresen gehen.
Besonders interessant ist die Mittagszeit. Arbeiter kommen herein, bestellen ihr Menú del Día oder Menú Ejecutivo, setzen sich kurz hin und bekommen innerhalb weniger Minuten eine sättigende Mahlzeit.
Auf solchen Speisekarten können Gerichte wie Sancocho, Arroz con Pollo, Ropa Vieja, Patacones, Tamales oder verschiedene Kombinationen aus Reis, Bohnen und Fleisch auftauchen.
Das Schöne daran ist, dass du dich nicht unbedingt durch eine komplizierte Speisekarte kämpfen musst. Oft stehen die Gerichte direkt vor dir in großen Behältern. Du zeigst einfach auf das, was interessant aussieht.
Der Mercado de Mariscos: Ein Paradies für Fisch und Ceviche
Wenn du Meeresfrüchte magst, solltest du den Mercado de Mariscos in Panama-Stadt auf dem Radar haben. Der Fischmarkt ist einer der bekanntesten Orte der Stadt, um frische Meeresfrüchte und vor allem Ceviche zu probieren.
Panamaisches Ceviche wird häufig mit weißem Fisch, beispielsweise Corvina, oder mit Garnelen und anderen Meeresfrüchten zubereitet. Dazu kommen Limettensaft, Zwiebeln und Kräuter. Es ist frisch, säuerlich und perfekt für einen heißen Tag.
Gerade für Backpacker ist Ceviche ein fantastischer Snack. Du brauchst kein großes Abendessen daraus zu machen. Eine Portion Ceviche, ein kaltes Getränk und danach ein Spaziergang durch die Stadt können bereits ein perfekter Nachmittag sein.
Sancocho: Eine der wichtigsten Suppen Panamas
Wenn du nur wenige traditionelle Gerichte während deiner Reise probierst, sollte Sancocho unbedingt dazugehören.
Diese herzhafte Suppe wird typischerweise mit Hähnchen, Ñame und Culantro zubereitet. Sie ist aromatisch, sättigend und gehört zu den bekanntesten Gerichten der panamaischen Küche.
Sancocho ist besonders angenehm nach einem langen Reisetag. Stell dir vor, du bist stundenlang mit Bus und Taxi unterwegs gewesen, hast dein Gepäck durch die Hitze geschleppt und kommst schließlich in einer kleinen Fonda an. Vor dir landet eine dampfende Schüssel Sancocho.
Plötzlich fühlt sich die Reise wieder ziemlich gut an.
Arroz con Pollo: Einfach, aber unglaublich befriedigend
Arroz con Pollo bedeutet wörtlich einfach „Reis mit Hähnchen“, aber die panamaische Version ist viel interessanter, als der Name vermuten lässt.
Der Reis wird zusammen mit Hähnchen, Gemüse und Gewürzen zubereitet, sodass er den Geschmack des gesamten Gerichts aufnimmt. Es ist klassische Hausmannskost und genau die Art von Essen, die du in einer Fonda erwarten kannst.
Wenn du Arroz con Pollo auf einer Speisekarte siehst, solltest du es nicht übergehen, nur weil es gewöhnlich klingt. Gerade die scheinbar einfachen Gerichte sind oft diejenigen, die am besten zeigen, wie Menschen im Alltag essen.
Ropa Vieja: Zartes Rindfleisch mit viel Geschmack
Ropa Vieja gehört ebenfalls zu den Klassikern, die du in Panama probieren solltest. Der Name bedeutet wörtlich „alte Kleidung“, doch das Gericht hat damit natürlich nichts zu tun.
Es handelt sich um langsam gegartes und anschließend gezupftes Rindfleisch, das mit Gemüse und einer würzigen Sauce zubereitet wird. Dazu kommen häufig Reis, Kochbananen, Yuca oder Salat.
Für einen hungrigen Backpacker ist eine Portion Ropa Vieja mit Reis und Patacones kaum zu schlagen. Sie ist einfach, kräftig, sättigend und genau das, was man nach einem langen Reisetag gebrauchen kann.
Patacones: Die Beilage, von der man nie genug bekommt
Patacones gehören zu Panama wie der Kanal und die Palmen.
Sie werden aus grünen Kochbananen hergestellt. Die Bananen werden in Stücke geschnitten, frittiert, anschließend flach gedrückt und ein zweites Mal frittiert. Das Ergebnis ist knusprig, salzig und unglaublich lecker.
Patacones werden zu Fisch, Fleisch, Hähnchen und Meeresfrüchten serviert. Sie funktionieren aber auch hervorragend als Snack.
Das Problem ist nur, dass man nach dem ersten meistens noch einen zweiten möchte.
Hojaldres: Der perfekte günstige Start in den Tag
Für ein günstiges Frühstück solltest du nach Hojaldres Ausschau halten. Dabei handelt es sich um frittierten Teig, der außen knusprig und innen weich ist.
Hojaldres werden häufig mit Eiern, Käse oder Fleisch gegessen und passen hervorragend zu einem starken Kaffee.
Für Backpacker sind sie ideal. Du bekommst ein sättigendes Frühstück, ohne dafür das Budget eines Boutiquehotels zu benötigen.
Ein Hojaldre in einer kleinen lokalen Bäckerei oder Fonda, dazu ein Kaffee und du bist bereit für den nächsten Bus, die nächste Wanderung oder den nächsten Strand.
Carimañolas: Knusprige Yuca mit einer Überraschung im Inneren
Eine weitere Spezialität, nach der du Ausschau halten solltest, sind Carimañolas. Sie bestehen aus Yuca-Teig und werden traditionell mit gewürztem Fleisch gefüllt und anschließend frittiert.
Außen sind sie goldbraun und knusprig, innen weich und herzhaft.
Sie eignen sich perfekt als kleiner Snack, wenn du nicht gleich eine komplette Mahlzeit möchtest. Genau solche Kleinigkeiten machen das Essen auf einer Backpacking-Reise so interessant, weil du ständig etwas Neues probieren kannst, ohne jedes Mal ein komplettes Abendessen bestellen zu müssen.
Tamales und Tamal de Olla
Auch Tamales gehören zur kulinarischen Welt Panamas. Besonders interessant ist Tamal de Olla, eine Variante, die nicht einzeln in Blätter gewickelt wird, sondern eher wie ein herzhaftes Maisgericht zubereitet wird.
Je nach Rezept können Hähnchen, Oliven, Rosinen und verschiedene Gewürze enthalten sein.
Wenn du ein Gericht auf der Speisekarte findest, dessen Namen du nicht kennst, ist das übrigens häufig ein gutes Zeichen.
Bestell es.
Eine der besten Regeln beim Backpacking lautet schließlich: Iss nicht nur das, was du bereits kennst.
An der Karibikküste schmeckt Panama plötzlich anders
Eine Reise durch Panama zeigt sehr schnell, wie unterschiedlich die Küche des Landes sein kann. Besonders an der Karibikküste ist der Einfluss der afrokaribischen Kultur deutlich zu spüren.
Hier spielt Kokos eine wesentlich größere Rolle. Du kannst beispielsweise Arroz con Coco, also Kokosreis, zusammen mit Fisch, Meeresfrüchten, Bohnen oder Kochbananen finden.
Auch Rondón, ein traditioneller karibischer Eintopf mit Meeresfrüchten und Kokosmilch, ist interessant für Reisende, die etwas Typisches aus der Karibik probieren möchten.
Wenn du nach Bocas del Toro reist, solltest du deshalb nicht versuchen, exakt dieselbe Küche zu essen wie in Panama-Stadt. Die karibische Küche ist ein eigener Teil der kulinarischen Identität Panamas.
Fisch: Je näher am Meer, desto besser
Wenn du an der Küste unterwegs bist, solltest du nach Pescado Frito, also frittiertem Fisch, Ausschau halten.
Ein typischer Teller kann aus einem ganzen frittierten Fisch, Patacones, Kokosreis und Salat bestehen.
Es ist kein kompliziertes Essen. Aber wenn der Fisch frisch ist, die Haut knusprig und die Patacones richtig zubereitet sind, braucht es eigentlich nicht mehr.
Nach einem Tag am Strand ist genau das die Art von Essen, die man sich wünscht.
Chicharrón: Für alle, die es deftig mögen
Wenn du Fleisch isst, wirst du in Panama wahrscheinlich auch auf Chicharrón stoßen. Dabei handelt es sich um knusprig frittiertes Schweinefleisch, das in verschiedenen Formen serviert wird.
Es kann Bestandteil eines gemischten Tellers sein oder zusammen mit Patacones, Yuca und anderen Beilagen auf den Tisch kommen.
Wenn du möglichst viele verschiedene panamaische Spezialitäten auf einmal probieren möchtest, ist ein gemischter Teller eine hervorragende Wahl.
Im Landesinneren wird es besonders interessant
Einige der besten kulinarischen Erlebnisse findest du außerhalb der großen Städte und bekannten Touristenziele.
Wenn du durch das Landesinnere reist, wirst du immer wieder auf kleine Restaurants am Straßenrand stoßen. Manche haben keine Website, keine Instagram-Seite und wahrscheinlich auch keine Speisekarte auf Englisch.
Das muss überhaupt kein Nachteil sein.
Vielleicht gibt es ein paar Plastiktische, ein handgeschriebenes Schild und eine Küche, aus der gerade riesige Mengen Essen kommen.
Dann solltest du vielleicht anhalten.
Denn genau dort kannst du Gerichte finden, die tatsächlich Teil des täglichen Lebens in der Region sind.
Chiriquí: Eine großartige Region für lokale Küche
Chiriquí ist besonders interessant für Reisende, die Panama abseits der großen Touristenorte erleben möchten. In kleineren Städten und Dörfern findest du zahlreiche einfache Lokale, in denen Reis, Bohnen, Fleisch, Hähnchen, Yuca, Kochbananen und Salat auf den Tisch kommen.
Das Menü kann sich jeden Tag verändern.
Heute gibt es vielleicht Hähnchen mit Reis und Bohnen.
Morgen Rindfleisch mit Yuca.
Am nächsten Tag frischen Fisch.
Das ist gerade das Schöne an einer Fonda. Es geht nicht darum, dir eine perfekt zusammengestellte internationale Speisekarte anzubieten. Es geht darum, das zu kochen, was an diesem Tag frisch, verfügbar und beliebt ist.
Wie findet man eine wirklich gute Fonda?
Die einfachste Regel funktioniert erstaunlich gut:
Iss dort, wo die Einheimischen essen.
Wenn du mittags an einem kleinen Restaurant vorbeikommst und dort kaum jemand sitzt, kannst du weitergehen.
Wenn du zehn Minuten später an einem anderen Lokal vorbeikommst und jeder Tisch besetzt ist, Menschen auf ihr Essen warten und die Küche sichtbar unter Volldampf steht, solltest du genauer hinschauen.
Ein volles Lokal kann manchmal mehr über die Qualität des Essens aussagen als hundert Onlinebewertungen.
Achte außerdem auf Begriffe wie Menú del Día, Menú Ejecutivo oder Plato del Día. Dabei handelt es sich häufig um ein festgelegtes Mittagsgericht, das aus Fleisch oder Fisch, Reis, Bohnen, Salat und manchmal Suppe oder einem Getränk besteht.
Für Backpacker ist das eine der besten Möglichkeiten, günstig und reichlich zu essen.
So könnte ein typisches Fonda-Mittagessen aussehen
Stell dir vor, du betrittst kurz nach Mittag eine kleine Fonda.
Hinter dem Tresen stehen mehrere große Behälter. Einer ist mit Reis gefüllt. In einem anderen liegt geschmortes Hähnchen. Daneben gibt es Bohnen, Salat und vielleicht gebratene Kochbananen oder Yuca.
Du zeigst auf das Hähnchen.
„¿Arroz?“
Ja.
„¿Frijoles?“
Ja.
„¿Ensalada?“
Ja.
Ein paar Sekunden später steht ein riesiger Teller vor dir.
Keine Reservierung.
Keine Kleiderordnung.
Keine komplizierte Präsentation.
Einfach eine große Portion warmes Essen.
Und wahrscheinlich bist du danach für mehrere Stunden satt.
Günstig essen in Panama ist einfacher, als viele denken
Panama kann im Vergleich zu einigen anderen Ländern Mittelamerikas relativ teuer wirken, besonders wenn du dich hauptsächlich in touristischen Gegenden bewegst.
Aber der Unterschied zwischen einem teuren und einem günstigen Reisetag kann enorm sein.
Wenn du morgens in einem schicken Café frühstückst, mittags in einem Touristenrestaurant isst und abends ein gehobenes Restaurant besuchst, kann dein Essensbudget schnell explodieren.
Wenn du dagegen morgens eine Hojaldre und Kaffee kaufst, mittags ein Menú del Día bestellst und abends in einem einfachen lokalen Restaurant isst, kannst du deutlich günstiger unterwegs sein.
Und gleichzeitig bekommst du eine viel authentischere Vorstellung davon, wie Panama tatsächlich schmeckt.
Das beste Essen sieht nicht immer beeindruckend aus
Es gibt etwas Besonderes daran, in einer kleinen Fonda zu sitzen, während draußen ein Bus vorbeifährt und im Hintergrund ein Fernseher läuft.
Vielleicht sind die Tische aus Plastik.
Vielleicht ist die Speisekarte handgeschrieben.
Vielleicht sieht das Lokal aus, als hätte sich seit zwanzig Jahren nichts verändert.
Aber dann kommt das Essen.
Ein Teller mit Reis, Bohnen, Fleisch, Patacones und Salat.
Und plötzlich ist alles genau richtig.
Panamaische Küche muss nicht unbedingt kompliziert oder spektakulär angerichtet sein. Sie ist häufig herzhaft, großzügig, unkompliziert und darauf ausgelegt, satt zu machen.
Reis, Bohnen, Kochbananen, Yuca, Mais, Hähnchen, Rind, Schweinefleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Kokos und frische Kräuter tauchen immer wieder auf, verändern aber je nach Region ihren Charakter.
Iss wie ein Einheimischer und Panama schmeckt plötzlich anders
Wenn du Panama kulinarisch wirklich kennenlernen möchtest, solltest du aufhören, nur nach dem „besten Restaurant“ zu suchen.
Suche nach dem besten lokalen Essen.
Finde die Fonda, in der die Arbeiter essen.
Bestell das Gericht, dessen Namen du nicht kennst.
Probier die Suppe.
Bestell Patacones.
Iss morgens eine Hojaldre.
Probier Ceviche am Meer.
Such dir an der Karibikküste ein Gericht mit Kokos.
Und wenn ein kleines Restaurant etwas altmodisch aussieht, ist das vielleicht überhaupt kein Grund weiterzugehen.
Vielleicht ist es sogar genau das, wonach du gesucht hast.
Denn einige deiner besten Mahlzeiten in Panama könnten nicht in einem berühmten Restaurant stattfinden. Vielleicht sitzt du irgendwann in einer winzigen Fonda an einer Straße, die du vorher noch nie gehört hast. Der Koch spricht kein Englisch, das Menü wechselt jeden Tag und vor dir steht ein riesiger Teller mit frisch zubereiteter panamaischer Hausmannskost.
Und du hast dafür nur ein paar Dollar bezahlt.
Das ist nicht einfach nur günstiges Essen in Panama. Das ist Panama auf dem Teller.
