Carta Vieja: Ein Stück panamaische Rumgeschichte

Wenn man an Panama denkt, kommen einem meist der Panamakanal, tropische Strände, die Karibik, Regenwälder und die Berge von Chiriquí in den Sinn. Doch Panama besitzt auch eine lange und faszinierende Rumtradition. Eine der bekanntesten Marken des Landes ist Carta Vieja, deren Geschichte bis ins Jahr 1915 zurückreicht.

Die Heimat von Carta Vieja liegt in Alanje in der Provinz Chiriquí, mitten in einer Region, die stark von Landwirtschaft und Zuckerrohranbau geprägt ist. Dadurch ist der Rum eng mit der Landschaft und Geschichte Westpanamas verbunden.

Die Geschichte des „alten Briefes“

Der Name Carta Vieja bedeutet auf Spanisch „alter Brief“. Hinter diesem Namen steckt eine interessante Geschichte.

Der Überlieferung zufolge stieß der Gründer Guillermo Tribaldos während seiner frühen Experimente mit der Herstellung von Spirituosen aus Zuckerrohr auf ein altes Dokument in einer Truhe. Darin soll sich ein Rezept beziehungsweise eine Formel zur Herstellung von Rum befunden haben. Das Alter des Dokuments soll schließlich zur Namensgebung Carta Vieja geführt haben.

Ob jedes Detail dieser Geschichte historisch nachweisbar ist, lässt sich heute nur schwer feststellen. Die Legende gehört jedoch untrennbar zur Identität der Marke und macht die Geschichte des Rums besonders charmant.

Vom Zuckerrohr zum Rum

Rum beginnt mit Zuckerrohr. Je nach Herstellungsverfahren werden Zuckerrohrsaft, Sirup oder Melasse verwendet. Durch Fermentation entsteht zunächst eine alkoholische Flüssigkeit, die anschließend destilliert wird.

Doch erst die Reifung im Holzfass gibt einem hochwertigen Rum einen großen Teil seines Charakters. Während der Jahre im Fass verbindet sich der Rum mit dem Holz und entwickelt Aromen wie Vanille, Karamell, Gewürze, getrocknete Früchte und geröstete Holznoten.

Bei Carta Vieja spielt auch das tropische Klima Panamas eine wichtige Rolle. Die hohen Temperaturen beeinflussen die Reifung und den Austausch zwischen Rum und Holz. Dadurch kann die Reifung in Panama einen ganz eigenen Charakter entwickeln.

Verschiedene Arten von Carta Vieja

Carta Vieja bietet verschiedene Rumsorten an, von leichteren Varianten für Cocktails bis zu länger gereiften Rums, die sich hervorragend pur genießen lassen.

Besonders interessant ist der Carta Vieja 8 Años Double Cask, der durch die Reifung in unterschiedlichen Holzfässern zusätzliche Aromen und Komplexität erhält. Vanille und getrocknete Früchte gehören zu den beschriebenen Geschmacksnoten.

Ein gereifter Carta Vieja muss dabei nicht unbedingt mit Cola oder Saft getrunken werden. Ein kleines Glas, etwas Zeit und eventuell ein großer Eiswürfel reichen aus, um die Aromen besser kennenzulernen.

Carta Vieja und die Geschichte Panamas

Die Marke ist sogar mit der Sportgeschichte Panamas verbunden. In der Blütezeit des professionellen Baseballs gab es die berühmten Carta Vieja Yankees, eine Mannschaft, die mehrere Meisterschaften gewann und zu einem Teil der panamaischen Sportgeschichte wurde.

Damit war Carta Vieja weit mehr als nur ein Getränk. Der Name wurde Teil der Populärkultur.

Ein Geschmack aus Chiriquí

Heute steht Carta Vieja für eine Verbindung aus Zuckerrohr, tropischem Klima, Handwerk und mehr als einem Jahrhundert Geschichte.

Wer durch Chiriquí reist, erlebt eine Region, in der Landwirtschaft, Berge und tropische Natur eng miteinander verbunden sind. Genau aus dieser Umgebung stammt einer der traditionsreichsten Rums Panamas.

Eine Flasche Carta Vieja ist deshalb nicht einfach nur ein Rum. Sie erzählt die Geschichte eines Landes, das sich in den vergangenen hundert Jahren enorm verändert hat, während ein Teil seiner alten Tradition bis heute erhalten geblieben ist.

Carta Vieja ist Panama im Glas: tropisch, traditionsreich und tief mit der Geschichte von Chiriquí verbunden.