Warum Deutsche Panama so gerne bereisen

Es gibt eine ziemlich interessante Beziehung zwischen Deutschland und Panama, die schon lange vor Instagram, günstigen Flügen und Backpacking Foren begonnen hat. Panama liegt Tausende Kilometer von Deutschland entfernt und ist trotzdem vielen Deutschen schon seit ihrer Kindheit ein Begriff. Der Grund dafür ist eine der bekanntesten deutschen Kindergeschichten überhaupt: „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch. Für viele Deutsche war Panama schon als Kind kein einfaches Land auf einer Landkarte, sondern ein geheimnisvoller, weit entfernter Ort, an dem angeblich alles wunderschön ist. Und genau deshalb ist es irgendwie lustig, wenn ein erwachsener Deutscher Jahrzehnte später tatsächlich in Panama landet und plötzlich mitten im tropischen Dschungel steht. Ein Ort, den man als Kind aus einem Bilderbuch kannte, existiert tatsächlich.

„Oh, wie schön ist Panama“

Für viele Deutsche ist Panama deshalb emotional etwas anderes als beispielsweise Costa Rica, Nicaragua oder Kolumbien. Die Geschichte von Janosch erzählt von dem kleinen Tiger und dem kleinen Bären, die eine Kiste mit der Aufschrift Panama finden. Sie stellen sich Panama als den schönsten Ort der Welt vor und machen sich auf die Suche danach. Die Geschichte handelt eigentlich viel mehr von Glück, Freundschaft, Abenteuer und der Suche nach einem besseren Ort als von Panama selbst. Trotzdem hat sie über Generationen hinweg dafür gesorgt, dass das Wort Panama in den Köpfen vieler deutscher Kinder mit etwas Exotischem, Fernem und Wunderschönem verbunden wurde.

Das macht die erste Reise nach Panama für manche Deutsche fast ein bisschen surreal. Man hat das Land vielleicht schon als Kind auf einer Buchseite gesehen, ohne jemals darüber nachzudenken, dass man eines Tages tatsächlich dort sitzen könnte. Und dann steht man plötzlich in einem tropischen Wald, hört unbekannte Vögel, sieht Palmen, Affen und riesige Schmetterlinge und denkt sich vielleicht: „Moment mal... Panama gibt es wirklich.“

Panama fühlt sich nach Abenteuer an

Ein weiterer Grund, warum Panama bei deutschen Reisenden so beliebt ist, liegt darin, dass das Land Abenteuer ermöglicht, ohne dass man komplett auf Komfort verzichten muss. Deutschland ist hervorragend organisiert. Straßen, Züge, Supermärkte, Internet, Fahrpläne und Dienstleistungen funktionieren im Alltag meistens sehr zuverlässig. Panama ist eine völlig andere Welt. Genau dieser Kontrast kann unglaublich reizvoll sein.

Man kann morgens in Panama City in einem modernen Café sitzen, später in einen Bus steigen, einige Stunden durch die Berge fahren und am Abend in einem kleinen Ort mitten im tropischen Wald landen. Am nächsten Tag kann man an einem Fluss schwimmen, einen Wasserfall suchen, durch Nebelwald wandern oder auf einer Hängematte sitzen und darauf warten, welche Tiere nach Sonnenuntergang auftauchen. Es ist diese Mischung aus Zugänglichkeit und Abenteuer, die Panama für unabhängige Reisende so interessant macht.

Deutsche mögen Natur und Aktivitäten

Deutschland hat eine ausgeprägte Kultur des Wanderns, Radfahrens, Campens und Reisens in die Natur. Von den Alpen bis zum Schwarzwald und von der Nordsee bis zu den Mittelgebirgen verbringen viele Deutsche ihre Freizeit gerne draußen. Panama bietet dafür eine völlig andere Kulisse.

Statt durch einen europäischen Wald mit Fichten und Buchen zu wandern, läuft man plötzlich durch tropischen Regenwald. Statt nur nach Rehen oder Füchsen Ausschau zu halten, kann man Affen, Faultiere, Agutis, Gürteltiere, Tukane, Kolibris und unzählige andere Tiere entdecken. Und während man in Deutschland vielleicht eine Wanderung plant, bei der man vorher genau weiß, welche Strecke man nimmt, kann eine Wanderung in Panama plötzlich zu einer kleinen Expedition werden.

Gerade für Reisende, die nicht einfach zwei Wochen an einem Strand liegen möchten, ist das attraktiv. Panama bietet Bewegung, Natur, Wasser, Berge und Abenteuer in einer einzigen Reise.

Die Berge überraschen viele Deutsche

Viele Menschen denken bei Panama zuerst an tropische Strände und den Panamakanal. Was manche erst später entdecken, sind die Berge. Regionen wie Boquete, Volcán, Santa Fe und die Cordillera Central bieten Höhenlagen, Nebelwälder, Kaffeeplantagen, Wasserfälle und Wanderwege.

Das ist für deutsche Reisende besonders interessant, weil die Landschaft zwar völlig anders aussieht als in Europa, die Aktivitäten aber vertraut sind. Man kann wandern, lange Spaziergänge machen, Vögel beobachten, fotografieren und anschließend irgendwo einen Kaffee trinken.

Nur sieht die Landschaft eben etwas anders aus.

Man könnte morgens durch einen Nebelwald laufen und plötzlich einen Kolibri direkt neben dem Weg sehen. Oder man hört Geräusche aus den Bäumen und stellt fest, dass eine Gruppe Affen über einem unterwegs ist. Das Wandern fühlt sich bekannt an, aber die Natur erinnert einen ständig daran, dass man nicht mehr in Deutschland ist.

Panama ist fantastisch für Tierfreunde

Auch die enorme Artenvielfalt ist ein wichtiger Grund für die Beliebtheit Panamas. Das Land liegt an einer biologisch außergewöhnlich interessanten Stelle zwischen Nord und Südamerika und besitzt sehr unterschiedliche Lebensräume.

Für deutsche Naturfreunde kann das faszinierend sein. Faultiere sitzen in den Bäumen, Weißgesichtsaffen bewegen sich durch den Wald, Kolibris erscheinen an Blüten, Schmetterlinge fliegen durch die Vegetation und nachts beginnt im Dschungel praktisch eine zweite Welt.

Und natürlich gibt es auch die Tiere, bei denen man etwas vorsichtiger wird.

Spinnen, Skorpione, Schlangen und andere tropische Bewohner gehören ebenfalls zum Erlebnis. Wer gerne Natur fotografiert oder einfach neugierig auf Tiere ist, kann in Panama jeden Tag etwas Neues entdecken.

Für manche deutsche Reisende beginnt die Faszination sogar mit einem einzigen ungewöhnlichen Tier. Dann wird aus „Ich möchte einfach Panama sehen“ plötzlich „Ich muss unbedingt noch diesen Vogel finden“.

Panama bietet zwei völlig verschiedene Küsten

Ein weiterer großer Vorteil ist die geografische Vielfalt. Panama besitzt eine Pazifikküste und eine Karibikküste, und beide Seiten fühlen sich teilweise wie unterschiedliche Länder an.

Die Karibik rund um Bocas del Toro bietet Inseln, warmes Wasser, Boote, tropische Strände und eine völlig andere Atmosphäre. Die Pazifikküste bietet wiederum ganz andere Landschaften, Surfspots, Fischerdörfer und lange Strände.

Dazwischen liegen Berge, Wälder und das zentrale Hochland.

Für deutsche Reisende bedeutet das, dass eine einzige Panama Reise sehr abwechslungsreich sein kann. Man muss sich nicht entscheiden, ob man Berge oder Strand möchte. Man kann beides machen.

Panama ist exotisch, aber relativ einfach zu bereisen

Das ist vielleicht einer der wichtigsten Punkte. Panama fühlt sich weit entfernt und exotisch an, ist aber für Touristen nicht völlig unzugänglich. Es gibt Hotels, Hostels, Restaurants, Supermärkte, Busverbindungen, Taxis und touristische Angebote.

Gleichzeitig gibt es noch genügend Gegenden, in denen man das Gefühl bekommt, wirklich etwas entdeckt zu haben.

Diese Mischung ist perfekt für Reisende, die Abenteuer möchten, aber nicht unbedingt eine komplette Überlebensprüfung brauchen.

Man kann sehr einfach reisen oder sich viel Komfort gönnen. Ein Backpacker kann mit lokalen Bussen unterwegs sein und in einem Hostel schlafen, während jemand anderes private Transporte und Boutique Hotels wählt. Beide können am Ende dieselben Berge, Flüsse, Strände und Regenwälder erleben.

Panama kann für Deutsche überraschend erschwinglich sein

Panama ist nicht automatisch das billigste Land Mittelamerikas, aber Reisende können ihre Ausgaben sehr flexibel gestalten. Wer lokale Busse benutzt, einfache Unterkünfte wählt und dort isst, wo die Einheimischen essen, kann relativ preisbewusst reisen.

Gleichzeitig gibt es genügend Möglichkeiten für Menschen, die mehr Komfort möchten.

Das ist gerade für Backpacker angenehm. Man kann bei Unterkunft und Transport sparen und dafür Geld für Aktivitäten, Tauchen, Ausflüge oder längere Reisen ausgeben. Und wenn man irgendwann genug vom Sparen hat, kann man sich einfach irgendwo einen besseren Abend gönnen.

Der Panamakanal macht die Reise noch interessanter

Dann gibt es natürlich noch den Panamakanal. Für viele Besucher ist er einer der ersten Gründe, überhaupt nach Panama zu kommen. Die Vorstellung, dass riesige Schiffe zwischen zwei Ozeanen durch ein künstliches Kanalsystem bewegt werden, ist beeindruckend.

Der Panamakanal gibt dem Land außerdem eine interessante historische und technische Dimension. Panama ist nicht nur Regenwald und Strand. Es ist gleichzeitig ein wichtiger Teil der internationalen Schifffahrt und Weltgeschichte.

Dadurch kann Panama auch Reisende ansprechen, die sich normalerweise nicht besonders für tropische Länder interessieren.

Deutsche schätzen das Unperfekte

Ein weiterer Reiz liegt vielleicht darin, dass Panama nicht immer so funktioniert, wie man es aus Deutschland gewohnt ist.

Ein Bus kann später kommen. Eine Straße kann plötzlich deutlich schlechter werden. Ein Plan kann sich verändern. Ein Restaurant kann länger brauchen als erwartet. Dafür passiert manchmal etwas, das man niemals hätte planen können.

Und genau daraus entstehen oft die Geschichten, die man später zu Hause erzählt.

Der perfekte Urlaub ist nicht immer der Urlaub, bei dem alles nach Plan funktioniert. Manchmal ist es der Urlaub, bei dem man sich verfahren hat, zufällig einen Wasserfall gefunden hat, drei Stunden mit anderen Reisenden irgendwo festsaß und am Ende einen fantastischen Abend hatte.

Panama bietet davon reichlich Möglichkeiten.

Auch die soziale Seite passt zu vielen Backpackern

Panama eignet sich außerdem hervorragend für Reisende, die unterwegs Menschen kennenlernen möchten. Besonders in Hostels entstehen schnell internationale Gruppen, weil viele Reisende ähnliche Routen machen.

Jemand kommt aus Berlin, jemand aus Hamburg, jemand aus Kanada, jemand aus den Niederlanden und plötzlich sitzen alle zusammen beim Abendessen und planen den nächsten Tag.

Gerade ein sozialer Dschungelhostel wie Lost and Found zwischen Boquete und Bocas del Toro kann für solche Reisende interessant sein. Man kommt wegen der Natur, bleibt vielleicht wegen der Wanderwege, Wasserfälle und Tierwelt und stellt irgendwann fest, dass man den halben Abend mit anderen Backpackern am Tisch sitzt.

Für viele ist genau diese Mischung aus Natur und sozialen Erlebnissen der Unterschied zwischen einem schönen Urlaub und einer Reise, an die man sich noch Jahre später erinnert.

Und dann kommt wieder Janosch ins Spiel

Vielleicht ist das Schönste an der ganzen Sache, dass Panama für Deutsche schon vor der ersten Reise ein kleines Stück Kindheit sein kann.

Ein Deutscher, der als Kind „Oh, wie schön ist Panama“ gelesen hat, hat möglicherweise Jahrzehnte später die Gelegenheit, genau diesen Ort mit eigenen Augen zu sehen.

Und plötzlich ist die Geschichte nicht mehr nur ein Kinderbuch.

Jetzt gibt es tatsächlich tropische Wälder. Es gibt Flüsse. Es gibt Berge. Es gibt Palmen. Es gibt exotische Tiere. Es gibt Abenteuer. Es gibt kleine Straßen, auf denen man stundenlang unterwegs sein kann. Und irgendwo sitzt vielleicht tatsächlich ein kleiner Bär in einer deutschen Kindheitserinnerung und wartet darauf, dass man Panama endlich findet.

Natürlich war die Botschaft der Geschichte eine andere. Aber das macht den Zufall noch schöner.

Panama war für viele Deutsche schon immer der Ort, den man finden wollte.

Und wenn man dann tatsächlich hier angekommen ist, kann man vielleicht einfach in einer Hängematte sitzen, in den Dschungel schauen und denken:

„Oh, wie schön ist Panama.“

Vielleicht wusste Janosch ja doch ein bisschen, wovon er gesprochen hat.