Es gibt Hostels, in denen man mit seinem Rucksack ankommt, sein Bett bezieht, ein paar andere Reisende kennenlernt und nach zwei Tagen wieder weiterzieht. Und dann gibt es das Lost and Found Hostel in Panama. Es ist ziemlich schwierig, diesen Ort nur mit einem einzigen Begriff zu beschreiben. Ist es ein Hostel? Ja. Ist es eine Dschungel Lodge? Irgendwie auch. Ist es eine Basis für Abenteuer? Auf jeden Fall. Und ist es ein Ort, an dem man leicht länger bleibt als ursprünglich geplant? Sehr wahrscheinlich.
Genau diese Mischung macht Lost and Found so besonders. Es ist nicht einfach eine günstige Unterkunft irgendwo auf der Reiseroute. Es ist ein Destination Hostel, also ein Hostel, das selbst zum Reiseziel wird. Man kommt vielleicht ursprünglich hierher, weil man zwischen Boquete und Bocas del Toro unterwegs ist. Aber sobald man angekommen ist, stellt man schnell fest, dass Lost and Found viel mehr zu bieten hat als nur ein Bett für die Nacht.
Das Hostel liegt hoch in den Bergen im Westen Panamas, mitten im Fortuna Forest Reserve. Rundherum befinden sich dichter tropischer Wald, Berge und jede Menge Natur. Von der Anlage hat man beeindruckende Ausblicke in Richtung Boquete und auf den Vulkan Barú. Es ist eine völlig andere Umgebung als ein typisches Hostel in einer Stadt. Keine belebte Straße voller Geschäfte direkt vor der Tür, sondern Wald, Berge, Wanderwege und das Gefühl, ein kleines Stück aus der normalen Welt verschwunden zu sein.
Und genau hier kommt die Lodge Seite von Lost and Found ins Spiel. Die Atmosphäre erinnert eher an eine rustikale Berg und Dschungel Lodge als an ein gewöhnliches Backpacker Hostel. Es gibt zahlreiche Hängematten, gemeinschaftliche Bereiche, eine Dschungel Lounge, tropische Vegetation und jede Menge Plätze, an denen man einfach sitzen und die Aussicht genießen kann.
Man kann morgens aufwachen, einen Kaffee trinken und erstmal überhaupt nichts machen. Eine Stunde später liegt man vielleicht immer noch in einer Hängematte und beobachtet die Wolken über den Bergen. Und dann sagt plötzlich jemand: „Wir gehen zu einem Wasserfall.“ Schon ist aus einem entspannten Vormittag ein kleines Dschungelabenteuer geworden.
Das ist ein wichtiger Teil des Charakters von Lost and Found. Man kann entspannen oder etwas erleben. Und meistens passiert beides am selben Tag.
Natürlich ist Lost and Found auch ein echtes Backpacker Hostel. Der soziale Aspekt gehört zu den Dingen, die den Ort über die Jahre geprägt haben. Die Idee war nie, einfach nur möglichst viele Betten aufzustellen. Viel wichtiger ist die Umgebung, in der Reisende miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsame Erlebnisse haben.
Das funktioniert besonders gut, weil sich das soziale Leben nicht nur auf eine Bar beschränkt. Es gibt gemeinsame Mahlzeiten, Spiele, Herausforderungen, Beer Pong, Tischfußball und verschiedene Bereiche, in denen man sitzen und miteinander reden kann. Dadurch entstehen ständig neue Bekanntschaften.
Man kommt vielleicht alleine an und kennt niemanden. Ein paar Stunden später sitzt man beim Abendessen neben jemandem aus Deutschland, Kanada, Frankreich, Australien oder Argentinien und diskutiert darüber, wohin die Reise am nächsten Tag gehen soll.
Jemand möchte einen Wasserfall sehen. Jemand anderes hat einen interessanten Wanderweg entdeckt. Eine weitere Person fährt am nächsten Morgen Richtung Bocas del Toro. Und plötzlich entsteht eine kleine Gruppe, die gemeinsam loszieht.
Genau diese spontanen Begegnungen sind ein großer Teil des Backpacker Erlebnisses.
Dann gibt es noch die Abenteuerseite von Lost and Found. Und auch hier unterscheidet sich das Hostel von einer gewöhnlichen Unterkunft. Man muss nicht jeden Morgen in einen Tourbus steigen, um etwas zu erleben. Ein großer Teil der Umgebung kann direkt von der Unterkunft aus erkundet werden.
Es gibt Wanderwege, Wasserfälle, Dschungel, Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung und Begegnungen mit der Tierwelt. Einige Erlebnisse kann man selbstständig entdecken, während andere, wie die geführte Nachtwanderung, gemeinsam mit jemandem unternommen werden, der die Umgebung kennt.
Besonders nach Sonnenuntergang verändert sich der Wald komplett. Tagsüber sieht alles relativ ruhig aus. Sobald es dunkel wird, beginnt jedoch eine andere Welt. Frösche werden aktiv, Insekten erscheinen und nachtaktive Tiere verlassen ihre Verstecke. Mit etwas Glück können Besucher Tiere entdecken, die man tagsüber kaum zu Gesicht bekommt.
Auch tagsüber ist die Tierwelt ein wichtiger Bestandteil des Erlebnisses. Weißgesichtskapuziner, Faultiere, Agutis, Gürteltiere, Pekaris und Hirsche gehören zu den Tieren, die in der Umgebung vorkommen können. Rund um die Futterstellen lassen sich außerdem regelmäßig wunderschöne Kolibris beobachten.
Für Naturliebhaber und Vogelbeobachter kann deshalb schon das einfache Sitzen in einer Hängematte zu einer kleinen Safari werden. Man muss nicht immer irgendwohin fahren. Manchmal kommt die Natur einfach zu einem.
Und genau das macht Lost and Found auch zu etwas anderem als einem normalen Touranbieter. Die Abenteuer sind nicht einfach Produkte, die man kauft, erlebt und anschließend wieder vergisst. Die gesamte Umgebung ist Teil des Erlebnisses.
Eine Wanderung kann zu einem Wasserfall führen. Eine kurze Erkundung kann plötzlich zu einer Begegnung mit einem Tier werden. Eine Nachtwanderung kann aus einer normalen Abendaktivität eine völlig neue Erfahrung machen. Und manchmal besteht das Abenteuer einfach darin, mit anderen Reisenden loszuziehen und zu sehen, was passiert.
Auch die Lage des Hostels macht es für Backpacker besonders interessant. Wer durch den Westen Panamas reist, kann Lost and Found als Zwischenstation zwischen Boquete und Bocas del Toro einplanen. Viele Reisende sehen diese Strecke zunächst nur als Transportweg zwischen zwei bekannten Reisezielen.
Lost and Found verändert dieses Konzept ein wenig.
Statt einfach von A nach B zu fahren, kann man den Weg selbst zum Teil der Reise machen. Ein paar Tage in den Bergen verbringen, den Dschungel erkunden, neue Leute kennenlernen und danach weiter Richtung Bocas del Toro reisen.
Und genau hier liegt der Unterschied zwischen einem normalen Zwischenstopp und einem Destination Hostel.
Bei einem normalen Zwischenstopp zählt vor allem, wie bequem das Bett ist.
Bei einem Destination Hostel zählt, was passiert, nachdem man den Rucksack abgestellt hat.
Vielleicht wollte man ursprünglich nur zwei Nächte bleiben und bleibt plötzlich fünf. Vielleicht lernt man beim Abendessen jemanden kennen und reist anschließend gemeinsam weiter. Vielleicht entdeckt man einen Wasserfall, von dem man vorher noch nie gehört hatte. Vielleicht verbringt man einen halben Nachmittag in einer Hängematte, weil die Aussicht einfach zu schön ist, um aufzustehen.
Oder man sitzt abends mit anderen Reisenden zusammen und merkt plötzlich, dass es längst viel später ist, als man gedacht hatte.
Das sind die Momente, an die man sich später erinnert.
Lost and Found hat außerdem etwas von der alten Art des Backpackens bewahrt. Reisen war früher weniger durchgehend digital. Man kam irgendwo an, hörte sich um, sprach mit anderen Reisenden und ließ sich ein Stück weit überraschen.
Heute kann man jeden einzelnen Tag einer Reise bereits Monate vorher auf dem Smartphone planen. Unterkunft, Transport, Restaurant, Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten können längst feststehen, bevor man überhaupt im Flugzeug sitzt.
Lost and Found funktioniert besonders gut, wenn man ein wenig Platz für das Ungeplante lässt.
Vielleicht hat man einen festen Reiseplan. Aber vielleicht kommt etwas dazwischen. Eine neue Freundschaft. Eine spontane Wanderung. Ein Spiel. Eine Nachtwanderung. Ein Tier im Wald. Ein Gespräch, das länger dauert als erwartet. Oder einfach ein Nachmittag, an dem man feststellt, dass man überhaupt keinen Grund hat, irgendwohin zu gehen.
Genau deshalb lässt sich Lost and Found nicht wirklich mit dem Wort „Hostel“ erklären.
Es ist ein Hostel mit dem Gefühl einer Dschungel Lodge. Es ist eine Abenteuerbasis ohne die typische Atmosphäre eines kommerziellen Tourunternehmens. Es ist ein sozialer Treffpunkt, der gleichzeitig mitten in der Natur liegt. Man kann spielen, essen, trinken, wandern, Tiere beobachten, neue Leute kennenlernen oder einfach in einer Hängematte liegen und auf die Berge schauen.
Und vor allem ist es ein Ort, an dem die Unterkunft selbst Teil der Reise wird.
Man kann nach Lost and Found kommen, weil es zufällig auf dem Weg zwischen Boquete und Bocas del Toro liegt. Man kann kommen, weil ein anderer Backpacker davon erzählt hat. Oder man kann einfach neugierig sein.
Aber sobald man dort angekommen ist, verändert sich die Perspektive.
Der Rucksack ist abgestellt. Der Dschungel liegt direkt vor der Tür. Die Berge sind am Horizont. Irgendjemand lädt zu einem Spiel ein. Jemand anderes erzählt von einem Wasserfall. Kolibris schwirren durch die Luft. Das Abendessen rückt näher.
Und plötzlich kann der nächste Bus auch noch ein bisschen warten.
Lost and Found ist deshalb nicht einfach ein Ort zum Übernachten. Es ist ein eigenes kleines Reiseziel. Ein ungewöhnlicher Mix aus Hostel, tropischer Lodge, Abenteuerbasis und internationaler Backpacker Gemeinschaft. Ein Ort, an dem das Bett nur der Ausgangspunkt ist und nicht das eigentliche Erlebnis.

