Panamas faszinierendste Bauwerke und Architektur Sehenswürdigkeiten

Panama ist ein außergewöhnlich interessantes Land für alle, die sich für Architektur interessieren. Auf relativ kleinem Raum kann man hier die Ruinen einer mehr als 500 Jahre alten spanischen Stadt, koloniale Kirchen, französisch beeinflusste Gebäude, Bauwerke aus der Zeit des Panamakanals und eine moderne Skyline mit riesigen Wolkenkratzern erleben.

Genau diese Mischung macht die Architektur Panamas so spannend. Das Land hat keinen einzigen architektonischen Stil. Spanische Kolonialarchitektur, karibische Einflüsse, afro panamaische Kultur, französische Baukunst, amerikanische Architektur aus der Zeit der Kanalzone und die moderne internationale Architektur von Panama City haben alle ihre Spuren hinterlassen.

Und nirgendwo ist dieser Kontrast so deutlich wie in Panama City.

Casco Antiguo: Eine Zeitreise durch Panama

Wenn man in Panama nur einen einzigen Ort für Architektur besichtigen möchte, sollte es Casco Antiguo sein.

Das historische Viertel liegt auf einer kleinen Halbinsel am Pazifik und ist voller alter Kirchen, kolonialer Häuser, Plätze, Balkone, Innenhöfe und historischer Gebäude.

Besonders interessant ist, dass Casco Antiguo nicht wie ein perfekt restauriertes Freilichtmuseum aussieht. Einige Gebäude wurden wunderschön renoviert und beherbergen heute Restaurants, Bars, Hotels und Wohnungen. Andere haben noch abblätternde Farbe, alte Fensterläden und verwitterte Fassaden.

Gerade dieser Kontrast macht den Charme des Viertels aus.

Die heutige Altstadt wurde 1673 gegründet, nachdem die ursprüngliche Stadt Panama 1671 zerstört worden war. Die neue Stadt wurde an einer besser zu verteidigenden Stelle errichtet. Der historische Stadtkern gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe.

Wer durch Casco Antiguo spaziert, sollte nicht nur auf die großen Sehenswürdigkeiten achten. Die kleinen Details sind oft genauso interessant. Alte Holztüren, schmiedeeiserne Balkone, Fensterläden, Innenhöfe und ungewöhnliche Fassaden erzählen ihre eigenen Geschichten.

Besonders schön sind die Plaza de la Independencia, die Plaza Bolívar, die Plaza Herrera und die Plaza de Francia.

Panamá Viejo: Die Stadt, die nie wieder aufgebaut wurde

Panamá Viejo ist eine völlig andere architektonische Erfahrung.

Hier stehen die Ruinen der ersten Panama City, die 1519 gegründet wurde. Nachdem die Stadt 1671 angegriffen und zerstört worden war, wurde sie aufgegeben und Panama City an ihren heutigen Standort verlegt.

Heute kann man durch die Überreste von Kirchen, Klöstern, Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden spazieren.

Das Wahrzeichen ist der gewaltige Turm der alten Kathedrale. Er ragt über die Ruinen hinaus und bietet eines der faszinierendsten Bilder Panamas. Besonders beeindruckend ist der Kontrast zwischen dem jahrhundertealten Steinturm und den modernen Wolkenkratzern von Panama City im Hintergrund.

Man kann hier buchstäblich mehrere Jahrhunderte Geschichte auf einem einzigen Foto sehen.

Panamá Viejo und Casco Antiguo sind außerdem enger miteinander verbunden, als man zunächst denkt. Nach der Aufgabe der alten Stadt wurden Baumaterialien und architektonische Elemente wiederverwendet. Die Fassade der Kirche La Merced ist beispielsweise Teil dieser Geschichte.

Die Iglesia de La Merced

Die Kirche La Merced ist deshalb besonders interessant.

Sie befindet sich heute in Casco Antiguo, ihre Geschichte reicht jedoch bis nach Panamá Viejo zurück. Teile der Kirche wurden nach der Zerstörung der ursprünglichen Stadt in die neue Stadt übernommen.

Wenn man vor der Kirche steht, betrachtet man also nicht einfach nur ein koloniales Gebäude. Man sieht gleichzeitig ein Stück der ursprünglichen Panama City.

Das macht die Kirche zu einem hervorragenden Beispiel dafür, wie Architektur überlebt, indem sie verändert, transportiert und wiederverwendet wird.

Die Iglesia de San José und der Goldene Altar

Die Iglesia de San José ist ein weiterer Höhepunkt von Casco Antiguo.

Von außen wirkt die Kirche vielleicht weniger spektakulär als einige der großen Kathedralen Lateinamerikas. Im Inneren befindet sich jedoch der berühmte Altar de Oro, ein kunstvoller vergoldeter Holzaltar im Barockstil.

Um den Altar rankt sich eine berühmte Geschichte. Angeblich wurde er schwarz gestrichen, damit Piraten während des Angriffs auf Panama nicht erkannten, dass er aus Gold bestand. Nicht alle Einzelheiten dieser Geschichte gelten als historisch gesichert, aber die Erzählung gehört inzwischen fest zur populären Geschichte Panamas.

Die Kirche zeigt außerdem, warum man in Panama nicht nur von außen fotografieren sollte. Manche der interessantesten architektonischen Schätze befinden sich hinter relativ unscheinbaren Fassaden.

Die Catedral Metropolitana

Die Metropolitan Cathedral steht an der Plaza de la Independencia und gehört zu den bekanntesten Gebäuden von Casco Antiguo.

Ihre helle Fassade und die beiden Türme machen sie zu einem der markantesten Bauwerke der Altstadt.

Besonders schön ist es, die Kathedrale nicht isoliert zu betrachten, sondern zusammen mit dem gesamten Platz. Die Kirche, die umliegenden historischen Gebäude und der öffentliche Platz bilden gemeinsam ein typisches koloniales Stadtbild.

Hier bekommt man einen guten Eindruck davon, wie die spanischen Städte in der Region organisiert wurden.

Das Teatro Nacional

Das Teatro Nacional gehört zu den elegantesten historischen Gebäuden Panamas.

Das Theater befindet sich ebenfalls in Casco Antiguo und stammt aus einer späteren Phase der panamaischen Geschichte. Es spiegelt den Wunsch des jungen Landes wider, eine moderne nationale Identität und eigene kulturelle Institutionen aufzubauen.

Besonders beeindruckend ist das Innere. Die dekorativen Elemente, Gemälde und die kunstvolle Decke gehören zu den Höhepunkten des Gebäudes. Mit der Gestaltung ist auch der bekannte panamaische Künstler Roberto Lewis verbunden.

Wer die Möglichkeit hat, hier eine Aufführung zu besuchen, erlebt das Gebäude natürlich noch einmal ganz anders. Es ist dann nicht einfach ein historisches Monument, sondern ein lebendiger Teil des kulturellen Lebens Panamas.

Die Plaza de Francia

Die Plaza de Francia erzählt einen weiteren wichtigen Teil der Geschichte des Landes.

Der Platz erinnert an den französischen Versuch, im 19. Jahrhundert einen Kanal durch Panama zu bauen. Die französischen Bemühungen waren letztlich nicht erfolgreich, spielten aber eine wichtige Rolle in der späteren Geschichte des Panamakanals.

Die Plaza ist außerdem einer der schönsten Orte in Casco Antiguo, um mehrere historische Epochen gleichzeitig zu betrachten.

Man kann auf den Pazifik blicken, die alte Stadt sehen, die moderne Infrastruktur des Kanals erahnen und dahinter die Wolkenkratzer von Panama City entdecken.

Es ist fast wie eine Geschichtsstunde ohne Klassenzimmer.

Das Verwaltungsgebäude des Panamakanals

Wer sich für die Architektur der Kanalzeit interessiert, sollte anschließend nach Balboa fahren.

Das Verwaltungsgebäude des Panamakanals besitzt eine monumentale Architektur und steht für die enorme internationale Bedeutung des Kanals.

Der Bau des Kanals veränderte Panama nicht nur wirtschaftlich. Er veränderte auch die Landschaft und die Städte.

Es entstanden Wohngebiete, Krankenhäuser, Schulen, Verwaltungsgebäude, Eisenbahnen, Straßen, Militäranlagen und zahlreiche technische Einrichtungen.

Viele dieser Bauwerke sind bis heute erhalten.

Die Miraflores Schleusen

Die Miraflores Schleusen sind vielleicht keine Architektur im klassischen Sinn, aber für Menschen, die sich für Architektur, Technik und Ingenieurwesen interessieren, gehören sie unbedingt auf die Liste.

Hier wird Architektur gigantisch.

Die riesigen Schleusenkammern, die gewaltigen Tore und die Betonbauwerke wurden dafür geschaffen, Schiffe auf ihrem Weg durch den Kanal anzuheben und abzusenken.

Wenn ein riesiges Containerschiff langsam in eine Schleusenkammer fährt und anschließend mit dem Wasserpegel angehoben wird, bekommt man eine ganz andere Vorstellung davon, was der Panamakanal tatsächlich bedeutet.

Es ist Architektur für Schiffe statt für Menschen.

Das Biomuseo von Frank Gehry

Dann gibt es das Biomuseo.

Das Gebäude wurde vom berühmten Architekten Frank Gehry entworfen und sieht aus, als hätte jemand riesige bunte Metallplatten über die Amador Causeway geworfen und daraus anschließend ein Gebäude gebaut.

Die ungewöhnlichen Formen und kräftigen Farben haben das Biomuseo zu einem der bekanntesten modernen Gebäude Panamas gemacht.

Das Design passt erstaunlich gut zum Thema des Museums. Es beschäftigt sich mit der außergewöhnlichen biologischen Vielfalt Panamas und der Bedeutung des Landes als Verbindung zwischen Nord und Südamerika.

Auch wer das Museum nicht besucht, sollte das Gebäude von außen sehen.

Und wenn man schon dort ist, sollte man sich unbedingt umdrehen.

Von der Amador Causeway kann man das Biomuseo, den Pazifik, Schiffe, die Skyline von Panama City, Casco Antiguo und die bewaldeten Hügel der Hauptstadt miteinander verbinden.

Das ist Panama in einer einzigen Landschaft.

Die Wolkenkratzer von Panama City

Nach den kolonialen Kirchen und den Ruinen wirkt die moderne Skyline von Panama City fast wie eine andere Welt.

Gebiete wie Punta Paitilla, Punta Pacífica, Avenida Balboa und Costa del Este werden von riesigen Wohnhäusern, Hotels und Bürogebäuden dominiert.

Glas, Stahl und Beton bestimmen hier das Stadtbild.

Panama City hat sich zu einem wichtigen Finanz, Handels und Logistikzentrum entwickelt, und diese wirtschaftliche Entwicklung spiegelt sich unmittelbar in der Architektur wider.

Für Besucher ist vor allem der Kontrast beeindruckend.

Man kann in einer kleinen Straße von Casco Antiguo stehen, umgeben von jahrhundertealten Gebäuden, und direkt dahinter ragen riesige moderne Türme in den Himmel.

Diese Mischung gehört zu den charakteristischsten Bildern von Panama City.

Die ehemalige Kanalzone

Wer etwas mehr Zeit hat, sollte auch die ehemaligen Gebiete der Kanalzone rund um Balboa, Ancón, Clayton und Albrook erkunden.

Die Gebäude dort sind vielleicht weniger spektakulär als Casco Antiguo oder die Wolkenkratzer, aber sie erzählen einen enorm wichtigen Teil der Geschichte Panamas.

Hier findet man ehemalige Wohnhäuser, Schulen, Verwaltungsgebäude, Militäranlagen und andere Bauwerke aus der Zeit der amerikanischen Verwaltung des Panamakanals.

Interessant ist auch die Anpassung an das tropische Klima. Große überdachte Veranden, Schattenbereiche, natürliche Belüftung und offene Grundrisse waren wichtige Elemente vieler Gebäude.

Es handelt sich um eine eher zurückhaltende Architektur, die aber viel über das Leben während der Kanalzeit erzählt.

Panama ist ein architektonischer Kontrast

Das Faszinierende an Panama ist letztlich, dass es keinen einzigen architektonischen Stil gibt, der das Land definiert.

Man findet die Ruinen einer spanischen Stadt aus dem 16. Jahrhundert, barocke Kirchen, koloniale Plätze, französische Einflüsse, Gebäude aus der Kanalzeit, gigantische technische Bauwerke und futuristisch wirkende Wolkenkratzer.

Und manchmal kann man mehrere dieser Epochen von einem einzigen Aussichtspunkt aus sehen.

Genau deshalb ist Panama ein großartiges Reiseziel für Architekturinteressierte. Man muss kein Architekturstudent sein und auch keine dicken Geschichtsbücher gelesen haben. Man muss einfach durch die Städte laufen und genauer hinschauen.

Am Vormittag kann man die Ruinen von Panamá Viejo besuchen, am Nachmittag durch Casco Antiguo spazieren, alte Kirchen entdecken, das Teatro Nacional bewundern und später die Miraflores Schleusen oder die moderne Skyline von Panama City erleben.

Panama ist nicht einfach ein Land mit einigen schönen Gebäuden. Seine Architektur erzählt die Geschichte von Eroberung, Handel, Migration, verschiedenen Kulturen, dem Panamakanal und der Entwicklung eines modernen internationalen Landes. Und genau diese Mischung macht das architektonische Panama so faszinierend.